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Zweitjob ausüben: Was gilt es zu beachten?

Anastasia Johlen am 11.02.2020
ca. 1014 Worte
ungefähre Lesezeit 3 Minuten 41 Sekunden
Zweitjob ausüben: Was gilt es zu beachten?
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Inhalt:
  1. Was genau ist ein Nebenjob?
  2. Gesetzliche Bestimmung: Zweitjobs erlaubt?
  3. Gründe für einen Nebenjob
  4. Wann ist ein Nebenjob erlaubt?
  5. Müssen Sie Ihren Chef über die Nebentätigkeit informieren?
  6. Was ist bei einem Zweitjob nicht erlaubt?
  7. Welche Arbeitsmodelle eignen sich als Nebenjob?
    1. 450-Euro-Job als Nebentätigkeit
    2. Zweitjob über 450-Euro
  8. Steuern zahlen für den Zweitjob?
  9. Selbstständigkeit als Nebentätigkeit
  10. Gibt es Zweitjobs im Home-Office?

Viele Arbeitnehmer übern neben ihrem Hauptberuf noch eine Nebentätigkeit aus, den sogenannten Zweitjob. Immer mehr Menschen müssen einen Nebenjob machen, damit sie überhaupt finanziell über die Runden kommen. Rund 8 Prozent der berufstätigen Deutschen üben neben ihrer eigentlichen Tätigkeit einen Nebenjob aus. Aber was müssen sie bei zwei Jobs beachten? Dürfen Sie ohne weiteres einem Nebenjob nachgehen?

Was genau ist ein Nebenjob?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine berufliche Tätigkeit, die neben der eigentlichen Arbeit, dem Hauptberuf, ausgeübt wird. Als Nebenjob gelten alle Beschäftigungen, die Sie neben Ihren Hauptberuf ausüben, auch die sogenannten Minijobs. Der zusätzliche Lohn aus dem Zweitjob wird als Zu- oder Nebenverdienst bezeichnet.

Gesetzliche Bestimmung: Zweitjobs erlaubt?

Laut Grundgesetz haben alle ein Recht auf die freie Berufswahl. In Artikel 12 Absatz 1 im Grundgesetz steht:
„Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes geregelt werden.“

Gründe für einen Nebenjob

Menschen üben aus unterschiedlichen Gründen einen Zweitjob aus, da der Lohn aus dem Hauptberuf nicht ausreicht. Wofür ausreicht? Das können verschiedene Beweggründe oder finanzielle Wünsche sein. Einige kommen ohne Zweitjob finanziell nicht über die Runden, andere möchten sich einen langersehnten Traumurlaub leisten oder etwas für schlechte Zeiten ansparen.

Wann ist ein Nebenjob erlaubt?

Möchten Sie mehrere Tätigkeiten ausüben, sollten diese beiden Arbeitsverhältnisse nicht miteinander kollidieren. Das bedeutet, dass diese Jobs nicht zeitgleich stattfinden dürfen und die Pflichten sich nicht überschneiden.
Zweitjob ausüben: Arbeitsvertrag beachten!

Sind Sie an Regeln im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder durch Betriebsvereinbarungen in Bezug auf Nebentätigkeiten gebunden, sollten Sie sich auch an diese halten. Oft gibt es in dem Arbeitsvertrag eine Klausel in Bezug auf Nebentätigkeiten. Es kann von Ihnen durchaus verlangt werden, dass Sie Ihren Vorgesetzten über die Aufnahme einer Nebentätigkeit in Kenntnis setzen müssen.

Weiterhin gibt es auch Fälle, in denen Sie einen Zweitjob schriftlich bei Ihrem Hauptarbeitgeber beantragen müssen. Missachten Sie diese Vorschriften, riskieren Sie eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung.

Müssen Sie Ihren Chef über die Nebentätigkeit informieren?

Werfen Sie am besten einen Blick in den Arbeitsvertrag, dann lässt sich diese Frage ganz schnell klären. Finden Sie dort nichts zum Thema Nebentätigkeit oder Zweitjob, müssen Sie Ihren Chef nicht darüber informieren.
Sie müssen sich dennoch an die Regeln halten, welche bei der Ausübung eines Zweitjobs zu beachten sind.

Was ist bei einem Zweitjob nicht erlaubt?

Grundsätzlich hat die Mehrheit der Arbeitgeber nichts gegen einen Nebenjob einzuwenden, insofern sich die Mitarbeiter an ein paar Regeln halten.

  • Sie dürfen mit dem Zweitjob nicht die Gesamtarbeitsdauer von 48 Stunden pro Woche überschreiten.Es ist laut Gesetz verboten rund um die Uhr zu arbeiten, Sie müssen die Ruhezeit von mind. 11 Stunden vor der beruflichen Tätigkeit einhalten.
  • Sie dürfen mit Ihrem Nebenjob Ihrem Hauptarbeitgeber keine Konkurrenz machen. Treten Sie also mit Ihrem Zweitjob nicht in Konkurrenz!
  • Haben Sie im Hauptberuf Urlaub, dürfen Sie diese Zeit nicht nutzen, um Ihren Nebenjob zu einem Vollzeitjob zu machen.
  • Sind sie in Ihrer Haupttätigkeit krankgeschrieben, dürfen Sie auch nicht Ihren Zweitjob ausüben.
  • Der Zweitjob darf Ihren Hauptberuf nicht negativ beeinflussen.

Welche Arbeitsmodelle eignen sich als Nebenjob?

Sie müssen einen Zweitjob finden, indem Sie nicht so zeitlich eingebunden sind, dass Ihre Haupttätigkeit darunter leidet. Weiterhin müssen Sie die Arbeitsstunden pro Tag nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) beachten - Sie dürfen täglich maximal 10 Stunden arbeiten.
Gar nicht so einfach einen passenden Nebenjob zu finden, oder? Sehr beliebt in der Kategorie Zweitjob sind die sogenannten Minijobs. Sie verdienen dort bis zu 450 Euro im Monat zu Ihrem regulären Gehalt dazu.

450-Euro-Job als Nebentätigkeit

Üben Sie einen 450-Euro-Job aus, müssen Sie keine Steuern zahlen und der Arbeitgeber kümmert sich um die Abgaben. Es handelt sich um eine geringfügige Beschäftigung, die nicht beim Finanzamt gemeldet werden muss, da diese Beschäftigung mit einer pauschalen Lohnsteuer abgegolten wird.

Sie erhalten den Mindestlohn und haben pro Monat eine begrenzte Stundenanzahl, da Sie nicht die 450 Euro überschreiten dürfen. Berechnen Sie vorher, wie viele Stunden Sie maximal im Monat arbeiten dürfen, damit die Grenze nicht überschritten wird.

Beispiel für ein Zweitjob-Modell:

Sie arbeiten hauptberuflich in Teilzeit von 8 bis 12 Uhr, anschließend gehen Sie 1 bis zweimal in der Woche für maximal 4 Stunden bei Ihrem Nebenjob arbeiten.

Zweitjob über 450-Euro

Verdienen Sie in Ihrem Nebenjob mehr als 450 Euro, sind Sie auch in Ihrem Zweitjob sozialversicherungspflichtig und es besteht ein Anspruch auf Krankengeld. Mehr als 450 Euro verdienen, klingt doch super! Aber aufgepasst, wenn sie mehr als 450 Euro verdienen, müssen Sie Steuern zahlen.

Steuern zahlen für den Zweitjob?

Reicht Ihr Verdienst im Zweitjob über 450 Euro, müssen Sie Steuern zahlen und der Job kommt in eine eigene Steuerklasse, regulär in die Lohnsteuerklasse VI. Ihr Hauptberuf befindet sich dann in einer der ersten fünf Steuerklassen, das ist abhängig davon, ob Sie verheiratet sind, alleinstehend oder alleinerziehend. Ob Sie also Steuern zahlen müssen oder nicht, hängt von Ihrem Familienstand und Verdienst im Nebenjob ab.

Selbstständigkeit als Nebentätigkeit

Eine Alternative ist die Selbstständigkeit als Nebenjob. Vielleicht planen Sie irgendwann in naher Zukunft komplett selbständig zu arbeiten? Dann können Sie sich mit der Selbstständigkeit als Nebentätigkeit langsam an den Traum der Selbstständigkeit herantasten.

Vorteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit

  • Es ist für Sie eher ein geringes Risiko, da Sie auf die Selbständigkeit nicht angewiesen sind, dank Ihrem Hauptberuf. Ihr Unternehmen bzw. Ihre selbstständige Tätigkeit muss also nicht sofort Gewinn abwerfen.
  • Sie können sich an die Selbstständigkeit herantasten: Lassen sich Ihre Ideen wie gewünscht umsetzten? Wie sieht der Arbeitsmarkt in dem Bereich aus?

Wichtig hierbei ist nur, dass Sie auch bei der Selbstständigkeit in keiner Konkurrenz zu Ihrem Hauptberuf stehen!

Gibt es Zweitjobs im Home-Office?

Wie praktisch ist es, wenn der Nebenjob bequem von Zuhause erledigt wird. Kling genial, oder? Viele Nebentätigkeiten können im Prinzip im Home-Office erledigt werden.

Nebenjobs im Home-Office

  • Datenerfassung
  • Online-Spiele testen
  • Katalogtexte schreiben
  • Produktbeschreibungen verfassen
  • Programmieren
  • E-Mails lesen
  • Recherchearbeiten
  • Umfrageteilnahme
  • Übersetzungsarbeiten
  • Texte schreiben

Wie Sie sehen, ist es im Grunde kein Problem einen Nebenjob aufzunehmen, solange Sie beiden Arbeitsstellen gerecht werden. Eine Überlastung Ihrer Person liegt wohl nicht in Ihrem Interesse, weshalb Sie unbedingt die Ruhephasen beachten und einhalten sollen. Übernehmen Sie sich nicht und bleiben Sie gesund!