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Minijobs: Fragen und Antworten für Arbeitgeber

Minijobs: Fragen und Antworten für Arbeitgeber
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Anne Maria Kilzer am 08.11.2017

1. Welche Abgaben müssen für einen Minijobber geleistet werden?

Ein privater Arbeitgeber zahlt insgesamt 12,95 Prozent des Eltgelts an Zwangsabgaben pro Monat. Dazu zählen jeweils 5 Prozent für die Kranken- und Rentenversicherung (wenn eine gesetzliche Krankenversicherung vorliegt), 2 Prozent Pauschalsteuer, 0,70 Prozent Umlage 1 (Aufwendungen bei Krankheit) und 0,24 Prozent Umlage 2 (Aufwendungen bei Schwangerschaft).

Ein gewerblicher Arbeitgeber zahlt deutlich mehr Pauschalabgaben und zwar insgesamt 30,94 Prozent des Entgelts. Hier sind es im Detail 13 Prozent für die Krankenversicherung (wenn eine gesetzliche Krankenversicherung vorliegt) und 15 Prozent für Rentenversicherung. Dazu kommen die gleichen Abgaben wie im privaten Beispiel: 2 Prozent für die Pauschalsteuer, 0,70 Prozent für die Umlage 1 und 0,24 Prozent für die Umlage 2.

Der Rentenversicherungsbeitrag muss bei einem 450-Euro-Minijob immer gezahlt werden, auch wenn der Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreit ist.

Für kurzfristige Minijobs müssen keine Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung gezahlt werden.

Bei der Steuer kann zwischen der pauschalen Besteuerung von 2 Prozent oder der individuellen Lohnsteuerklasse des Minijobbers gewählt werden.

Arbeitgeber sollten ihren Minijobber zusätzlich gegen Unfall versichern. Die Versicherung kostet weitere 5 Euro pro Monat, ist jedoch freiwillig.

2. Was ist der Haushaltscheck?

Der Haushaltscheck gilt nur für haushaltsnahe Beschäftigungen bei privaten Arbeitgebern. Es ist ein einseitiger Vordruck, mit dem private Arbeitgeber ihren Minijobber bei der Minijob-Zentrale für die Sozialversicherung an- und abmelden können.

3. Wann und welche Steuernummer muss beim Haushaltscheck angegeben werden?

Die Steuernummer muss nur dann im Haushaltscheck eingetragen werden, wenn der Arbeitgeber die einheitliche Pauschalsteuer zahlen möchte. Dann muss er die Steuernummer des letzten Steuerbescheids angeben.

4. Betriebsnummer: Was ist das und woher bekommt man sie?

Für die erstmalige Anmeldung eines Minijobbers benötigen Sie eine achtstellige Betriebsnummer. Diese gilt dann sowohl für die Anmeldung zur Sozialversicherung als auch für die Zahlung der Beiträge. Die Betriebsnummer erhalten Sie über die Minijob-Zentrale.

5. Wie wird der Minijobber bei der Rentenversicherung angemeldet?

Die Rentenversicherung wird automatisch von der Minijob-Zentrale über jeden gemeldeten Minijob informiert. 

6. Was ist eine Einzugsstellennummer?

Gewerbliche Arbeitgeber übermitteln mit der Einzugsstellennummer 980 0000 6 elektronische Meldungen und Beitragsnachweise für den Minijobber per Datenübertragung an die Minijob-Zentrale.

Nur knappschaftliche Betriebe nutzen die Einzugsstellennummer 980 940 32.

7. Wo finde ich den Tätigkeitenschlüssel?

Das Schlüsselverzeichnis bzw. den Tätigkeitenschlüssel, mit dem Sie die Tätigkeit ihres Minijobbers angeben, finden Sie als pdf bei der Agentur für Arbeit.

8. Wie zahlen Arbeitgeber ihre Beiträge?

Die Zahlung der Beiträge an die Minijob-Zentrale können sowohl mit Lastschrifteinzug als auch per Überweisung gezahlt werden.

Gewerbliche Arbeitgeber müssen der Minijob-Zentrale monatlich die Abgaben für alle Minijobber melden und bezahlen.

Private Arbeitgeber zahlen einmal im Halbjahr. Die Minijob-Zentrale berechnet die Abgaben basierend auf dem monatlichen Verdienst des Minijobbers und zieht diese halbjährlich vom Konto des privaten Arbeitgebers ab.

9. Wie werden Beitragsnachweise der Zentrale zugestellt?

Die Beitragsnachweise eines gewerblichen Arbeitgebers können nur durch die elektronische Datenübertragung übermittelt werden. Eine Meldung per Handschrift ist nicht möglich.

10. Muss der Arbeitgeber Entgeltfortzahlungen leisten?

Auch Minijobber haben Anspruch auf eine Fortzahlung des Entgelts bei Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschaft oder Krankheit des Kindes, egal ob privat oder gewerblich beschäftigt.

Wie auch bei einer Hauptbeschäftigung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Falle von Krankheit 6 Wochen weiter bezahlen.

Bei Schwangerschaft und Mutterschutz gelten ebenfalls die üblichen Regelungen. Sechs Wochen vor der Geburt sowie acht Wochen danach hat der Minijobber Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Die Entgeltfortzahlung gilt auch für Feiertage und für die Pflege eines kranken Kindes, welches das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei letzterem erhält der Minijobber für fünf Tage Entgeltfortzahlung.

11. Welche Bescheinigungen erhalten Minijobber und private Arbeitgeber?

Minijobber erhalten von der Zentrale eine Mitteilung über deren Beschäftigungszeiten und Arbeitsentgelte für die Unterlagen der Rentenversicherung.

Private Arbeitgeber von Minijobbern erhalten eine Bescheinigung über den Zeitraum, in dem sie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben. Diesen können sie dann für steuerlich Zwecke nutzen, da auch die Arbeitsentgelte, die Umlagen und die Pauschsteuer gelistet werden.

12. Gewerblicher Arbeitgeber: Wann müssen Abgaben gezahlt werden?

Gewerbliche Arbeitgeber müssen ihre Abgaben monatlich fristgerecht an die Minijob-Zentrale zahlen, spätestens bis zum drittletzten Bankbearbeitungstag des Monats, in dem der Minijobber eingestellt ist. Dabei gilt immer der Tag der Wertzustellung.

13. Was passiert, wenn zu spät gezahlt wird?

Bereits bei einem Tag Zahlungsverzug berechnet die Minijob-Zentrale einen Säumniszuschlag von einem Prozent des rückständigen Betrags. In begründeten Fällen können diese allerdings erlassen werden.

14. Was tun, wenn Arbeitgeber Beiträge nicht zahlen kann?

Wenn Engpässe auftreten und Arbeitgeber feststellen, dass sie die Beiträge für ihren Minijobber nicht zahlen können, sollte vor dem Fälligkeitsdatum ein formloser Antrag auf Stundung gestellt werden. Zur Sicherheit lassen Sie sich von der Minijob-Zentrale beraten. https://www.minijob-zentrale.de/DE/05_multifunktionsleiste/02_kontakt/node.html

15. Welche Folgen hat es, wenn der Minijobber nicht angemeldet wird?

Wenn Arbeitgeber ihren Minijobber nicht anmelden, drohen Geldbußen bis zu 5.000 Euro.