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Minijobs: Allgemeine Fragen und Antworten

Minijobs: Allgemeine Fragen und Antworten
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Anne Maria Kilzer am 08.11.2017

1. Was ist ein Minijob?

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, das heisst es gibt eine bestimmte Verdienstgrenze (450-Euro-Minijob) oder eine bestimmte Zeitgrenze (kurzfristiger Minijob).

2. Wo liegt der Unterschied zwischen einem 450-Euro-Minijob und einem kurzfristigen Minijob?

Bei einem 450-Euro Minijob arbeitet der Jobber regelmäßig und erhält dafür am Ende des Monats maximal 450 Euro. Die wöchentliche Arbeitszeit oder die monatlichen Einsätze sind dabei irrelevant.

Bei einem kurzfristigen Minijob darf der Arbeitnehmer nicht mehr als 70 Arbeitstage oder 3 Monate im Jahr auf geringfügiger Basis arbeiten. Er arbeitet nicht regelmäßig, sondern nur gelegentlich  oder für einen bestimmten Zeitraum. Bei dieser Variante ist kein Verdienstlimit, sondern ein Zeitlimit gesetzt, das heisst bei kurzfristigen Minijobs spielt die Höhe des Verdienstes keine Rolle.

3. Was ist eine Hauptbeschäftigung?

Eine Hauptbeschäftigung liegt vor, wenn mehr als 450 Euro verdient und die Grenze von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen im Jahr überschritten werden. Diese Beschäftigung ist dann sozialversicherungspflichtig, d.h. dass der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber Abgaben an die Rentenkasse sowie die Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. Zu einer Hauptbeschäftigung zählen auch Ausbildungen und freiwillige soziale oder ökologische Jahre sowie der Bundesfreiwilligendienst.

4. Wo liegt der Unterschied zwischen einem Minijob im Privathaushalt und im Gewerbe?

Für den Minijobber selbst gibt es keine Unterschiede. Er bekommt am Monatsende sein vereinbartes Entgelt ohne Abzüge ausgezahlt. Unterschiede ergeben sich aber für den Arbeitgeber. Zwar müssen sowohl gewerbliche als auch private Arbeitgeber Zwangsabgaben (Pauschalabgaben) für ihren Minijobber leisten, diese unterscheiden sich jedoch in der Höhe.

Ein privater Arbeitgeber zahlt insgesamt 12,95 Prozent des Eltgelts an Zwangsabgaben pro Monat. Dazu zählen jeweils 5 Prozent für die Kranken- und Rentenversicherung, 2 Prozent Pauschalsteuer, 0,70 Prozent Umlage 1 (Aufwendungen bei Krankheit) und 0,24 Prozent Umlage 2 (Aufwendungen bei Schwangerschaft).

Ein gewerblicher Arbeitgeber zahlt deutlich mehr Pauschalabgaben und zwar insgesamt 30,94 Prozent des Entgelts. Hier sind es im Detail 13 Prozent für die Krankenversicherung und 15 Prozent für Rentenversicherung. Dazu kommen die gleichen Abgaben wie im privaten Beispiel: 2 Prozent für die Pauschalsteuer, 0,70 Prozent für die Umlage 1 und 0,24 Prozent für die Umlage 2.

Beide Arbeitgeber sollten ihren Arbeitnehmer zusätzlich gegen Unfall versichern. Die Versicherung kostet weitere 5 Euro pro Monat.

5. Wie viele verschiedene Minijobs darf ich ausüben?

Liegt eine Hauptbeschäftigung vor, darf insgesamt nur ein 450-Euro-Minijob oder ein kurzfristiger Minijob nebenher ausgeübt werden. Weitere 450-Euro Jobs oder kurzfristige Jobs, die die maximale Arbeitszeit im Jahr überschreiten, werden auf die Haupttätigkeit angerechnet und sind damit versicherungspflichtig. 

Liegt keine Hauptbeschäftigung vor, können mehrere Minijobs ausgeübt werden. Allerdings darf das Gesamteinkommen der Minijobs 450 Euro im Monat nicht übersteigen, bei kurzfristigen Minijobs müssen die Zeitgrenzen eingehalten werden. Werden die Grenzen nicht eingehalten, gelten die Jobs zusammen nicht mehr als Minijob, sondern als versicherungspflichtig.

6. Darf ich neben meiner Hauptbeschäftigung einen Minijob ausüben?

Ja, wie in Frage 5 beschrieben, darf neben einer Hauptbeschäftigung sowohl ein 450-Euro-minijob als auch ein kurzfristiger Minijob ausgeübt werden.

7. Wann darf ich Minijobber im privaten Haushalt einstellen?

Wenn die Beschäftigung für einen privaten Haushalt stattfindet und normalerweise durch Angehörige des Haushalts erledigt werden könnte. Diese Arbeiten nennt man haushaltsnahe Tätigkeiten.

8. Was sind haushaltsnahe Tätigkeiten?

Haushaltsnahe Tätigkeiten sind Arbeiten im privaten Haushalt, die normalerweise von Angehörigen der Familie ausgeführt werden. Das können zum Beispiel Gartenarbeit, Einkaufen, Putzen, Kochen und Botengänge sein. Aber auch die Betreuung von Kindern, Kranken und Pflegebedürftigen oder deren Tiere.

9. Darf ich mehr als 450 Euro im Minijob verdienen?

Bei einem kurzfristigen Minijob spielt die Höhe des Verdienstes keine Rolle. Hier dürfen auch mehr als 450 Euro verdient werden.

Bei einem 450-Euro-Minijob darf nur dann mehr als 450Euro verdient werden, wenn die Entgeltgrenze nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten wird. Zahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld fallen nicht unter diese gelegentlichen Zahlungen und werden als Verdienst hinzugerechnet.

10. Rente und Minijob?

Wenn Sie die Regelaltersrente beziehen dürfen Sie soviel hinzuverdienen wie sie möchten. 

Beziehen Sie frühzeitige Rente aufgrund von Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder anderen Gründen, dürfen Sie wie im Falle einer Hauptbeschäftigung 450 Euro im Monat hinzu verdienen.

11. Anspruch auf Entgelt bei Krankheit?

Auch Minijobber haben Anspruch auf eine Fortzahlung des Entgelts bei Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschaft oder Krankheit des Kindes, egal ob privat oder gewerblich beschäftigt.

Wie auch bei einer Hauptbeschäftigung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Falle von Krankheit 6 Wochen weiter bezahlen.

Bei Schwangerschaft und Mutterschutz gelten ebenfalls die üblichen Regelungen. Sechs Wochen vor der Geburt sowie acht Wochen danach hat der Minijobber Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Die Entgeltfortzahlung gilt auch für Feiertage und für die Pflege eines kranken Kindes, welches das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bei letzterem erhält der Minijobber für fünf Tage Entgeltfortzahlung.