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Minijobs 2019: Das ändert sich für Minijobber und Arbeitgeber

Minijobs 2019: Das ändert sich für Minijobber und Arbeitgeber
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Anastasia Johlen am 25.01.2019

Seit dem 01. Januar 2019 gibt es einige Veränderungen in Bezug auf Minijobs und Aushilfskräfte. Unter anderem ist der Mindestlohn gestiegen und die neuen Geringfügigkeits-Richtlinien sind da. Aber was genau müssen Arbeitgeber und Minijobber ab 2019 beachten? Erfahren Sie hier, was sich in Bezug auf Minijobs und Aushilfen ändert. 

Übersicht: Die wichtigsten Fakten zum 450-Euro-Minijob

Eine Tätigkeit gilt als 450-Euro-Minijob bzw. geringfügige Beschäftigung, wenn der Arbeitnehmer nicht mehr als 450 Euro im Monat verdient und das Entgelt im Jahr nicht 5.400 Euro übersteigt. 
Geringfügige Beschäftigte werden als Arbeitnehmer in Teilzeit behandelt, sie haben die gleichen Ansprüche wie Vollzeitbeschäftigte.
Steuern und Krankenkassenbeiträge zahlt ausschließlich der Arbeitgeber.
Es gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen.
Auch Rentner mit Minijob müssen das Einkommen versteuern, aber es gelten einige Besonderheiten.
Rentner, Studenten, Arbeitslose, Ferienjobber oder Arbeitnehmer, welche sich neben ihrem Hauptberuf etwas dazuverdienen möchten, dürfen einen Minijob ausüben.

1. Die neuen Geringfügigkeits-Richtlinien ab 2019

Was sind die Geringfügigkeits-Richtlinien?

Die Geringfügigkeits-Richtlinien enthalten detaillierte Informationen zum Versicherungs-, Beitrags- und Melderecht. Darüber hinaus erfahren Sie als Arbeitgeber von 450-Euro-Minijobbern oder kurzfristigen Minijobbern, was in die Entgeltunterlagen gehört und wie Sie Minijobs, steuerlich zu behandeln haben. Mit den neuen Geringfügigkeits-Richtlinien 2019 wird die Version von vor 5 Jahren abgelöst.

Zu den wichtigen Änderungen der Geringfügigkeits-Richtlinien gehören:

  • Ausweitung von kurzfristigen Minijobs auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahren.
  • Zeitgrenze von drei Monaten, wenn die Verdienstgrenze von 450-Euro-Minijobs unvorhergesehen überschritten wird.
  • Arbeitet ein 450-Euro-Minijobber nicht den gesamten Kalendermonat, gilt dennoch die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro.
  • Ein Arbeitnehmer ist auch dann ein Minijobber, wenn dieser etwa 450 Euro in nur einer Woche verdient.
  • Die Einnahmen aus einigen spezifischen nebenberuflichen Tätigkeiten sind steuerfrei und dadurch auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Dazu zählen zum Beispiel die Steuerfreibeträge von Ehrenamtlichen und Übungsleitern. 

Die genauen und weiteren Änderungen erhalten Sie in vollständiger Ausführung in den Geringfügigkeits-Richtlinien. Sie können sich die Richtlinien kostenlos hier auf www.minijob-zentrale.de herunterladen. 

2. Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs dauerhaft erhöht ab 2019

Zunächst schien es nur eine Übergangsregelung zu sein, doch jetzt können sich Arbeitgeber und kurzfristige Minijobber freuen: Die eingeführte Ausweitung von kurzfristigen Beschäftigungen auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr schien zunächst nur ein Übergang zu sein, wird jetzt aber zur Dauerlösung. 

So kommt es bei einem kurzfristigen Minijob weiterhin nicht auf die Höhe des Verdienstes an, theoretisch können Sie als Arbeitnehmer unbegrenzt verdienen. Es sind keine Beiträge notwendig, lediglich für den Arbeitgeber, der muss Umlagen an die Minijob-Zentrale abführen. 

Als eine kurzfristige Beschäftigung gilt eine Tätigkeit, die im Voraus auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Laufe eines Kalenderjahres begrenzt ist. Kurzfristige Minijobs müssen versteuert werden.

3. Erhöhung des Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 01. Januar 2019 bei 9,19 Euro. Auch Arbeitgeber, welche Minijobber beschäftigen, müssen den Mindestlohn oder mehr auszahlen. 

Die Erhöhung des Mindestlohns hat für Minijobber zur Folge, dass sich die monatliche Stundenzahl verringert. Die Anzahl der Arbeitsstunden muss an den höheren Lohn angeglichen werden, sodass die monatliche Entgeltgrenze von 450 Euro nicht überschritten wird. Wird die Entgeltgrenze überschritten, liegt kein Minijob mehr vor, sondern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Es gilt weiterhin, dass das pro Jahr zu erwartende Entgelt 5.400 Euro brutto nicht übersteigt.

Entwicklung des Mindestlohnes seit 2015:

  • ab 2015 Mindestlohn = 8,50 Euro
  • ab 2017 Mindestlohn = 8,84 Euro
  • ab 2019 Mindestlohn = 9,19 Euro
  • ab 2020 Mindestlohn = 9,35 Euro

Entwicklung der maximalen Arbeitszeit in Minijobs:

  • ab 2015 52,94 Std./Monat (=450 Euro/Monat / 8,50 Euro/Std.)
  • ab 2017 50,90 Std./Monat
  • ab 2019 48,96 Std./Monat
  • ab 2020 48,13 Std./Monat

4. Steuerfreibeträge für Trainer und Ehrenamtliche nutzen

Gemeinnützige Einrichtungen und Vereine ziehen Ihren Nutzen und Vorteil daraus, dass Einnahmen aus bestimmten nebenberuflichen Tätigkeiten steuerfrei und damit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung sind. Dazu zählen die Steuerfreibeträge für Ehrenamtliche und Übungsleiter. 

5. Abgaben für Arbeitgeber in 2019

Bei den Abgaben für Arbeitgeber und Minijobber hat sich im Jahr 2019 nichts verändert. So fallen für Minijobber im gewerblichen Bereich gleichbleibend folgende Abgaben an:

  • 13,00 % Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung
  • 15,00 % Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (Arbeitgeberanteil)
  • 3,60 % Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung bei Rentenversicherungspflicht
  • 0,90 % Ausgleich für Aufwendungen bei Krankheit (Umlage 1)
  • 0,24 % Ausgleich für Aufwendungen bei Mutterschaft (Umlage 2)
  • 0,06 % Umlage für den Fall der Insolvenz
  • 2,00 % Einheitliche Pauschsteuer

Quelle: www.minijob-zentrale.de