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Minijob – Was genau ist das eigentlich?

Minijob – Was genau ist das eigentlich?
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Anne Maria Kilzer am 08.11.2017

Zuerst einmal unterscheidet man zwischen einem 450-Euro-Minijob und einem kurzfristigen Minijob. Beides sind geringfügige Beschäftigungen, die aber unterschiedlichen Vorschriften unterliegen. Geringfügige Beschäftigungen sind für den Minijobber steuerfrei und können sowohl neben einer Hauptbeschäftigung als auch ohne Hauptbeschäftigung ausgeübt werden. Auch während der Rente, eines soziales Jahres oder während der Ausbildung können Minijobs nebenberuflich ausgeübt werden, solange bestimmte Vorschriften und Grenzen eingehalten werden.

450-Euro Minijob

450-Euro-Minijobber verdienen regelmäßig maximal 450 Euro. Sie können zwar auch weniger verdienen aber nur in Ausnahmefällen mehr. Dabei ist es egal, ob sie regelmäßige oder flexible Arbeitszeiten haben, mit einem monatlich gleichem oder unterschiedlich hohen Gehalt. Es können auch mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt werden, aber nur, wenn keine hauptberufliche  und damit versicherungspflichtige Stelle gleichzeitig vorliegt.

Die Verdienstgrenze eines 450-Euro-Minijobs liegt bei 5.400 Euro jährlich oder 450 Euro monatlich. In Ausnahmefällen darf die 450-Euro-Grenze überschritten werden, aber nur dann wenn die Entgeltgrenze nur gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten wird. Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden in den Verdienst mit eingerechnet. So darf die jährliche Summe von 5400 Euro inklusive der Sonderzahlungen nicht überschritten werden. Zulagen für beispielsweise Sonn- und Feiertagsarbeit zählen nicht mit zum regelmäßigen Verdienst und sind deshalb steuerfrei.

Freibeträge beim 450-Euro-Minijob

Für gewerbliche 450-Euro-minijobs gibt es Freibeträge. So können Aufwandsentschädigungen bis zu 2.400 Euro im Jahr steuerfrei sein. Man nennt sie die Übungsleiterpauschale. Dazu gehören zum Beispiel Ausbilder, Erzieher und Betreuer aber auch Übungsleiter in Vereinen. Auch für die Pflege von behinderten, kranken oder alten Menschen gibt es einen Freibetrag. 

Die steuerfreie Ehrenamtspauschale ist ebenfalls steuerfrei und umfasst 720 Euro jährlich. Hierzu gehören nebenberufliche Einnahmen, die im Dienst einer Einrichtung zur Förderung kirchlicher, mildtätiger und gemeinnütziger Zwecke erzielt werden oder aber im Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts.

Kurzfristiger Minijob

Bei kurzfristigen Minijobs spielt der Verdienst keine Rolle. Hier kommt es auf die jährlichen Arbeitstage an, die nicht überschritten werden dürfen. Ein kurzfristiger Minijobber darf insgesamt nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Im Gegensatz zu einem 450-Euro-Minijobber arbeitet er nicht regelmäßig, sondern zum Beispiel nur gelegentlich oder für einen bestimmten Zeitraum.

Rahmenverträge für kurzfristige Minijobs

Durch einen Rahmenvertrag können kurzfristige Minijobs über 70 Arbeitstage oder maximal 12 Monate befristet werden. Bevor eine neue Rahmenvereinbarung getroffen wird, müssen nach Ablauf des ersten Vertrags mindestens zwei Monate vergehen. Wenn Rahmenverträge unterjährig geschlossen werden, muss unbedingt auf vorherige Beschäftigungen innerhalb des Jahres geachtet werden, denn insgesamt insgesamt dürfen die 70 Tage oder 3 Monate nicht überschritten werden.

Allerdings gibt es auch mehrjährige Rahmenvereinbarungen für kurzfristige Minijobber. Diese müssen aber folgende Vorraussetzungen erfüllen:

- es darf kein erkennbarer Rhythmus vorliegen
- es darf keine Abrufbereitschaft bestehen
- die Einsätze sind auf 70 Tage im Jahr beschränkt, erfolgen zu unterschiedlichen Anlässen und sind unvorhersehbar
- der Betrieb darf nicht auf den Einsatz solcher Arbeitskräfte ausgerichtet sein

Kurzfristige Minijobs können auch bei verschiedenen Arbeitgebern erfolgen. Entscheidend ist immer nur das Zeitlimit.

Rentenversicherung beim Minijob

450-Euro-Minijobber müssen Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, können sich aber auch Antrag davon befreien lassen. Aber auch anders herum funktioniert es: Wenn sie bereits seit vor 2013 eine geringfügige Beschäftigung rentenversicherungsfrei ausüben, diese aber zukünftig gerne nutzen möchten, können Sie jederzeit auf die Versicherungsfreiheit verzichten.

Kurzfristige Minijobber müssen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen und sind daher auch nicht rentenversichert.