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Minijob in Elternzeit: Was müssen Sie beachten?

Minijob in Elternzeit: Was müssen Sie beachten?
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Anastasia Johlen am 07.03.2019

Die Gründe für einen Minijob während der Elternzeit sind unterschiedlich. Vielleicht hat sich Ihr Nachwuchs schneller im Kindergarten eingelebt als gedacht? Oder sie möchten sich einfach etwas dazu verdienen und die Haushaltskasse füllen? Geht das einfach ohne Probleme oder müssen Sie etwas bei dem Hinzuverdienst beachten? Erfahren Sie hier alles zum Thema Minijob in Elternzeit. 

Was ist unter Elternzeit zu verstehen?

Als Elternzeit gilt die unbezahlte Arbeitsfreistellung von Müttern oder Vätern nach der Geburt eines Kindes. Es ist eine Leistung für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern, wodurch eine Betreuung und Erziehung ermöglicht wird. 

Während dieser Zeit ruht ein vorher ausgeübtes Arbeitsverhältnis, welches im Anschluss an die Elternzeit wieder aufgenommen wird. Die Eltern unterliegen in diesen Monaten dem Kündigungsschutz, das heißt, dass diese in der Regel nicht gekündigt werden können.

Für einen gewissen Zeitraum erhalten Eltern vom Staat Elterngeld, sofern Sie während der Elternzeit eine bestimmte Wochenstundenzahl an Arbeitsleistung nicht überschreiten. Dadurch soll die finanzielle Lebensgrundlage der Familie gesichert werden, auch für Eltern, die vor der Geburt nicht erwerbstätig waren.

Elterngeld: Minijob wird angerechnet

Letztendlich dürfen Sie einen Minijob ausüben, jedoch wirkt sich der 450-Euro-Job mindernd auf Ihr monatliches Elterngeld aus. In der gesamten Elternzeit dürfen Sie maximal 30 Stunden in der Woche arbeiten, auch wenn Sie kein Elterngeld mehr erhalten.

Bei einem 450-Euro-Minijob überschreiten Sie in der Regel nicht die Grenze von 30 Arbeitsstunden in der Woche. Jedoch wird der Hinzuverdienst auf Ihr bisheriges Elterngeld angerechnet, sodass bei einem Elterngeld von über 300 Euro mit einer Kürzung zu rechnen ist. 

Elterngeld im Überblick

  • Alle Eltern haben einen Anspruch auf Elterngeld, wenn diese in Deutschland und mit ihrem Kind in einem Haus leben. 
  • Die Eltern, oft nur ein Elternteil, betreuen und erziehen das Kind selbst und sind nicht oder noch nicht voll erwerbstätig.
  • Das Elterngeld fällt unterschiedlich hoch aus, so erhalten Studierende, Hausfrauen, und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben den Mindestbetrag von 300 Euro. 
  • Unterbrechen Eltern Ihre Berufstätigkeit für die Kinderbetreuung erhalten sie 65 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens. Allerdings nicht mehr als 1.800 Euro.
  • Eltern, die mehrere Kinder betreuen, bekommen einen Zuschlag. 
  • Das Elterngeld wird bei Harz IV angerechnet.
  • Eltern erhalten für mindestens zwei und maximal 14 Monate vom Tag der Geburt des Kindes Elterngeld.
  • Während Eltern Elterngeld bekommen, dürfen Sie nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten.
  • Minijob in der Elternzeit bei demselben Arbeitgeber

Wer kann alles Elterngeld beziehen?

Elterngeld ist für Mütter und Väter, insofern diese Ihre Kinder selbst betreuen und erziehen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob sie Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständig, Erwerbslos oder Hausfrauen sind. Weiterhin bekommen Sie auch als getrennt Erziehender oder alleinerziehender Elternteil sowie als Paar Elterngeld.

Wann muss Elterngeld beantragt werden?

Sie können Elterngeld erst beantragen, wenn Ihr Baby auf der Welt ist. Es bleiben Ihnen drei Monate, um das Geld rückwirkend für diesen Zeitraum zu erhalten. Versäumen Sie den Antrag, erhalten Sie nach drei Monaten für den Zeitraum kein Elterngeld. 

Minijob in der Elternzeit

Je nachdem, ob Sie den Minijob bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber beginnen oder bei einem anderen ausüben, gibt es Unterschiede im Vorgehen. So müssen Sie sich bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber zunächst eine Genehmigung bzw. Zustimmung einholen. Sind Sie arbeitslos, muss das zuständige Arbeitsamt über die Aufnahme des Minijobs informiert werden, sodass die Einkünfte mit den monatlichen Bezügen verrechnet werden können.

In der Regel darf Ihr Arbeitgeber das Minijob-Arbeitsverhältnis bei einem anderen Unternehmen nicht ablehnen, es sei denn es handelt sich um ein Unternehmen in direkter Konkurrenz. Weiterhin sollten Sie Ihre Elterngeldstelle über die Aufnahme eines Aushilfsjobs in der Elternzeit informieren. Denn der zusätzliche Verdienst wirkt sich oft auf Ihr Elterngeld aus.

Elternzeit und kurzfristiger Minijob 

Häufig sind Beschäftigungen in der Elternzeit befristet, da nach der Elternzeit das bisherige Arbeitsverhältnis wieder in Kraft tritt. Deshalb ist während der Elternzeit auch ein kurzfristiger Minijob möglich, insofern die Beschäftigung für maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs begrenzt ist. 

Jedoch ist eine kurzfristige Beschäftigung in Form eines Minijobs nur bei einem anderen Arbeitgeber möglich. Möchten Sie einen befristeten Minijob bei demselben Arbeitgeber ausüben, ist dies für die Dauer der pausierten Hauptbeschäftigung ausgeschlossen.