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Minijob: Beiträge zur Sozialversicherung?

Minijob: Beiträge zur Sozialversicherung?
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Anastasia Johlen am 17.12.2018

Dank der Sozialversicherung sind in Deutschland in der Regel alle Menschen gegen einige Lebensrisiken abgesichert, sodass in Notsituationen Unterstützung in Anspruch genommen werden kann. Aber sind alle Berufstätigen verpflichtet Beiträge zur Sozialversicherung zu leisten? Müssen Sie auch als Minijobber/-in Beiträge zahlen oder ist eine Beteiligung eher freiwillig? Erfahren Sie hier alle wichtigen Fakten zum Thema Beiträge zur Sozialversicherung im Minijob. 

Was ist die Sozialversicherung?

Bei der Sozialversicherung handelt es sich um die wichtigste Institution der sozialen Sicherung. Die jeweiligen Beiträge der Sozialversicherung sind an das jeweilige Brutto-Einkommen des Arbeitnehmers gekoppelt. Bei einem Normalverdiener belaufen sich di Beiträge auf etwa 20 bis 21 Prozent des Bruttolohns, hierbei werden die Beiträge in der Regel zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. 

Die fünf Versicherungszweige der deutschen Sozialversicherung

  • Gesetzliche Unfallversicherung (UV)
  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
  • Pflegeversicherung (PV)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV)
  • Deutsche Rentenversicherung (RV)

Diese Leistungen werden durch die sogenannten Sozialversicherungsbeiträge oder Sozialabgaben finanziert, welche von Arbeitgebern und Versicherten sowie staatlichen Zuschüssen gezahlt werden.  In der Regel sind alle Arbeitnehmer zu einer Sozialversicherung verpflichtet. Jedoch sind Minijobber/-innen grundsätzlich nicht sozialversicherungspflichtig, so lange die monatliche Einkommensgrenze von 450 Euro nicht überschritten wird. 

Arbeitgeber zahlt Beiträge zur Sozialversicherung bei einem Minijob

Wenn Sie einen Minijob ausüben, bei dem die Grenze von 450 Euro im Monat nicht überschritten wird, stehen Sie nicht in der Pflicht Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen. Das maximale Jahreseinkommen ist auf 5.400 Euro begrenzt, wenn Sie die Tätigkeit ein Jahr ohne Unterbrechung ausüben. Überschreiten Sie das genannte Jahreseinkommen müssen Sie Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Beachten Sie bitte, dass bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen das Einkommen zusammen gerechnet wird.

Wenn Sie einen Minijob ausüben, übernimmt generell Ihr Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung. So werden 13 Prozent des Gehalts als Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung und 15 Prozent als Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung an die sogenannte Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft gezahlt. 

Anders sieht das aus, wenn Sie bei einer privaten Krankenkasse versichert sind, dann muss Ihr Arbeitgeber diesen Part der Sozialabgaben auch in einem Minijob nicht übernehmen. Bei Privatversicherten entfällt dieser Beitrag

Minijob: Versicherungspflicht in der Rentenversicherung

Auch wenn bei einem Minijob keine Sozialversicherungspflicht besteht, müssen Sie auch als Minijobber/-in in der Rentenversicherung versichert sein. Seit Anfang Januar besteht die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, wobei Sie einen niedrigen Eigenanteil zu leisten haben. Somit müssen Sie als Arbeitnehmer eines Minijobs nicht die vollen Beiträge der Sozialversicherung zahlen, sondern nur 3,6 Prozent in die Rentenversicherung

Sie können sich auch von der Rentenversicherungspflicht bei einem 450-Euro-Job befreien lassen, jedoch erwerben Sie dadurch auch nicht die vollen Leistungsansprüche aus der Rentenversicherung. Waren Sie bereits vor dem 1. Januar 2013 als Minijobber/-in eingestellt, sind Sie rentenversicherungsfrei. Somit haben Sie keine Sozialabgaben zu leisten. 

Mehrere Minijobs: Greift jetzt die Sozialversicherungspflicht?

Sie dürfen durchaus mehrere Minijobs ausüben und müssen trotzdem keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Bedienung ist die genannte Einkommensgrenze im Monat: So dürfen sie 450 Euro im Monat an Verdienst nicht überschreiten. Wenn Sie mehrere 450-Euro-Jobs ausüben, muss der gesamte Verdienst zusammengerechnet werden. Haben im Monat dadurch ein höheres Einkommen als 450 Euro, müssen Sie trotz geringfügiger Beschäftigung Beiträge zur Sozialversicherung leisten. 

Beispiel für mehre Minijobs:

(1) Sie üben Minijob A mit einem monatlichen Gehalt von 200 Euro aus und Minijob B mit 320 Euro im Monat aus. Einzeln betrachtet übersteigt keiner der beiden Minijobs die Einkommensgrenze von 450 Euro, jedoch erhalten Sie ein Gesamteinkommen von 520 Euro im Monat. Dadurch sind Sie verpflichtet Sozialabgaben für beide geringfügige Beschäftigungen zu leisten.

(2) Sie erhalten für Minijob A 100 Euro im Monat und für Minijob B 250 Euro im Monat und für Minijob C 80 Euro im Monat. Obwohl Sie drei geringfügige Beschäftigungen ausüben, übersteigen alle Einkommen nicht die monatliche Grenze von 450 Euro. Insgesamt verdienen Sie 430 Euro im Monat und liegen somit noch unterhalb der Mini-Job-Einkommensgrenze,

Überschreiten Sie nur von Zeit zur Zeit die Einkommensgrenze von 450 Euro stehen Sie nicht in der Sozialversicherungspflicht. Jedoch muss diese Überschreitung der 450-Euro-Grenze gut begründet, und nicht vorhersehbar sein, zusätzlich darf es nur von Zeit zu Zeit vorkommen. Ein Zeitraum von drei Monaten ist dafür maßgeblich. Also, im Grunde sind Sie prinzipell von den Beiträgen zur Sozialversicherung befreit, solange Sie die Einkommensgrenze von Minijobs nicht überschreiten. In der Regel beachtet Ihr Arbeitgeber auch diese Einkommensgrenze, dennoch sollten auch Sie diese im Auge behalten.