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Minijob als Schüler? - Achtung bei bestimmten Personengruppen

Minijob als Schüler? - Achtung bei bestimmten Personengruppen
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Anne Maria Kilzer am 08.11.2017

Sie haben als gewerblicher Arbeitgeber einen Minijob zu vergeben und nun zahlreiche Bewerbungen erhalten. Darunter befinden sich zum Beispiel auch Schüler, Rentner, Arbeitslose, Auszubildende und Praktikanten sowie Studenten und Asylsuchende. Doch Vorsicht: Bei manchen Personengruppen müssen bei der Vergabe eines Minijobs bestimmte Vorgaben erfüllt werden.

Bestimmte Personengruppen als Minijobbern

Unter Minijobbern gibt es bestimmte Personengruppen für die besondere Regeln eingehalten werden müssen.

Schüler 

Schüler im allgemeinen unterliegen keinen besonderen Regelungen. Sie können sowohl einen normalen 450-Euro-Minijob als auch einen kurzfristigen Minijob ausüben.

Ausnahmen gelten allerdings für Schüler, die noch unter das Jugendarbeitsschutzgesetz fallen. Hierzu zählen Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. Um die schulischen Leistungen dieser Personengruppe nicht zu gefährden, dürfen Jugendliche in diesem Alter höchstens acht Stunden am tag arbeiten. Jugendliche unter 15 Jahren dürfen gar nicht beschäftigt werden.

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Schüler dürfen ab einem Alter von 13 Jahren mit Einwilligung der Eltern zwei Stunden täglich einer altersgerechten Beschäftigung nachgehen. Zusätzlich können Jugendliche unter 13 Jahren bis zu vier Wochen in den Ferien jobben.


Studenten und Werkstudenten

Studenten können entweder einen normalen Minijob als Nebentätigkeit ausüben oder aber als Werkstudent arbeiten. Hierbei gibt es unterschiedliche Regelungen.

Für Studenten, die einem normalen Minijob nachgehen, gelten die üblichen Minijob-Regelungen.
Für Arbeitgeber ist lediglich wichtig, den Arbeitnehmer als studentischen 450-Euro-Minijobber an die Minijob-Zentrale zu melden. Dafür gibt es verschiedene Beitragsgruppenschlüssel.

Werkstudenten unterliegen anderen Regelungen. Sie sind versicherungsfrei in Kranken- und Arbeitslosenversicherung und müssen somit auch keine Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen.
Den Status eines Werkstudenten erhält ein Student, wenn er an einer Hochschule oder Fachhochschule immatrikuliert ist und die nebenberufliche Tätigkeit nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich  umfasst. Außerdem darf er entweder nicht mehr als 450 Euro verdienen (450-Euro-Minijob) oder aber nicht mehr als 70 Kalendertage im Jahr arbeiten (kurzfristige Minijob).

Auszubildende 

Auszubildende dürfen neben ihrer Ausbildung einer Nebenbeschäftigung nachgehen. Allerdings sind hierbei bestimmte Arbeitszeiten einzuhalten. 

Fällt der Auszubildenden unter das Jugendarbeitsschutzgesetz (http://www.bmas.de/), ist er also noch keine 17 Jahre aber mindestens 15 Jahre alt, darf er maximal 40 Stunden an fünf Tagen in der Woche arbeiten. Hier sollte vorab also unbedingt geklärt werden, wie viele Stunden pro Woche der Auszubildende bereits in der Ausbildungsstätte tätig ist.

Für Azubis ab 17 Jahren gelten dieselben Regelungen wie für normale Arbeitnehmer. Doch auch diese dürfen nicht zeitlich uneingeschränkt arbeiten. Ein normaler Arbeitnehmer darf laut Arbeitszeitgesetz nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten. Bei sechs Tagen in der Woche ergibt das einen wöchentlichen Stundensatz von 48 Stunden. Geht ihr zukünftiger Minijobber nun schon einen Hauptberuflichen Tätigkeit nach, die 40 Stunden in der Woche beansprucht, darf er in seinem Minijob maximal 8 Stunden in der Woche arbeiten.

Praktikanten

Wenn Sie einen Bewerber als Praktikanten einstellen, weil dieser ein Praktikum für seinen Lebenslauf braucht, gelten je nach Ausgangssituation verschiedene Regelungen.

1. Freiwilliges Praktikum

Übt ein Praktikant sein Praktikum freiwillig aus, ist es nicht an an den betrieblichen Rahmen seiner Berufsausbildung geknüpft. Ein freiwilliger Praktikant kann also zu den üblichen Minijob-Konditionen eingestellt werden. Findet das freiwillige Praktikum während des Studiums statt, können auch die Regelungen für Werkstudenten greifen.

2. Vorgeschriebenes Praktikum

Ist ein Praktikum während einer Ausbildung oder eines Studiums vorgeschrieben, muss der Praktikant dies auch nachweisen und ist währenddessen sozialversicherungspflichtig. Für ihn gelten demnach nicht die Minijob-Regelungen, auch nicht, wenn er maximal 450 Euro verdient (450-Euro-Minijob) oder der Job auf drei Monate befristet ist (kurzfristiger Minijob).

3. Vorgeschriebenes Praktikum im Studiums

Absolviert ein Student während des Studiums ein vorgeschriebenes Praktikum, ist es währenddessen versicherungsfrei in der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Somit kann er während des Praktikums so viel verdienen wie er möchte.

Heimarbeiter

Ein Heimarbeiter ist laut Gesetz Jemand, der in seiner eigenen Arbeitsstätte im Auftrag von gemeinnützigen Unternehmen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Gewerbetreibenden tätig ist. Heimarbeiter überlassen ihr Arbeitsergebnis ihrem direkten Auftraggeber und arbeiten in persönlicher Abhängigkeit. Für sie gelten die normalen Minijob-Regelungen.

Allerdings haben Heimarbeiter keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, im Gegensatz zu anderen Minijobbern. Dafür erhält der Heimarbeiter einen Zuschlug, der Aufwendungen für Miete, Heizung, Strom, Arbeitsgeräte und anderes ausgleichen soll. Wenn die Zuschläge zehn Prozent des Grundlohns nicht übersteigen, sind sie steuer- und beitragsfrei.

Da Arbeitgeber Heimarbeitern ein Feiertagsgeld (§11 Entgeltfortzahlungsgesetz) zahlen müssen, sollte dies bei der Ermittlung des monatlichen Entgelt berücksichtigt werden.

Rentner und Ruhestandsbeamte

Für Rentner und Ruhestandsbeamte gelten die normalen Regelungen eines Minijobs. Sie können neben der normalen Altersrente soviel hinzuverdienen, wie sie möchten. Bezieher von Hinterbliebenenrenten haben für den Hinzuverdienst einen Freibetrag in dessen Rahmen auch der 450-Euro-Minijob liegt.

Bei frühzeitigen Rentnern sieht dies allerdings anders aus. Hier dürfen neben der Rente nur 450 Euro hinzuverdient werden. Dazu zählen

  • Zahlungen von Knappschaftsausgleichsleistungen
  • Renten wegen Erwerbsunfähigkeit
  • Renten wegen voller Erwerbsminderung
  • Renten vor Erreichen der Regelaltersgrenze

Arbeitslose

Arbeitslose haben in jedem Fall die Möglichkeit einen Minijob auszuüben. Für Arbeitgeber gelten beim 450-Euro-Minijob keine besonderen Regelungen. Eventuell werden dem Arbeitnehmer Teile seines Verdienstes auf sein Arbeitslosengeld angerechnet.

Besonderheiten gibt es allerdings bei den kurzfristigen Minijobs. Diese haben zwar üblicherweise keine Verdienstgrenze, bei Arbeitslosen sieht dies aber anders aus. Denn hier gilt die Regelung für berufsmäßig Beschäftigte. Ein Arbeitnehmer ist berufsmäßig beschäftigt, wenn er mit der Beschäftigung seinen Lebensunterhalt sichert und sie nicht von untergeordneter Bedeutung ist.  Da Arbeitslose somit als berufsmäßig beschäftig gelten, dürfen sie nicht mehr als 450 Euro nebenher verdienen. Verdienen sie mehr, gelten sie als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer und erhalten kein Arbeitslosengeld mehr.

Flüchtlinge, Geduldete und Asylsuchende

Haben geflüchtete Menschen eine Arbeitserlaubnis, dürfen sie auch einen Minijob ausüben. Deshalb sollte man vorab prüfen, ob der Geflüchtete bereits eine Arbeitserlaubnis erhalten hat.

Zu den geflüchteten Personengruppen zählen

  • Asylsuchende mit einer Aufenthaltsgestattung
  • Geduldete, deren Asylantrag zwar abgelehnt wurde, aber aus anderen Gründen nicht abgeschoben werden können
  • Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis dürfen jederzeit eine Arbeiten ausüben. 

Die anderen beiden Personengruppen dürfen erst arbeiten, wenn die Ausländerbehörde ihnen nach drei Monaten Wartezeit eine Arbeitserlaubnis erteilt. Der Flüchtling muss dabei die Erlaubnis einer bestimmten Beschäftigung beantragen und sich auch an diese halten.

Kurzfristige Minijobs können Flüchtlinge nur ausüben, wenn sie dabei nicht mehr als 450 Euro verdienen. Wie auch bei Arbeitslosen gehören Flüchtlinge in die Gruppe der berufsmäßig Beschäftigten, die mit einer Nebentätigkeit die 450-Euro-Grenze nicht überschreiten dürfen.

Ausländer

Möchten sie einen Minijobber aus der Schweiz, der EU oder dem europäischen Wirtschaftsraum einstellen, gelten für diese die deutschen Vorschriften zur Sozialversicherung oder aber die ausländischen Vorschriften. Vor Aufnahme der Tätigkeit sollte dies unbedingt geklärt werden.

Ist ihr zukünftiger Arbeitnehmer i Ausland sozialversichert, verfügt er über die A1 Entsendebescheinigung.

Gilt für den zukünftigen Arbeitnehmer aus dem Ausland das deutsche Sozialrecht, werden die normalen Minijob-Regelungen angewendet.

Ehrenamtliche und Übungsleiter

Ehrenamtliche und Übungsleiter haben steuerfreie und sozialversicherungsfreie Freibeträge. Diese Regelung soll vor allem Vereinen und wohltätigen Organisationen zu Gute kommen. Bei den Freibeträgen wird zwischen dem Übungsleiterfreibetrag und der Ehrenamtspauschale unterschieden. 

Übungsleiterfreibeträge sind steuerfrei nebenberufliche Einnahmen. Dazu gehören Einnahmen als Betreuer, Ausbilder, Übungsleiter oder ähnlichen Tätigkeiten sowie durch die Pflege kranker, alter und behinderter Menschen als auch durch eine künstlerische Tätigkeit. Die Einnahmen dürfen eine Höhe von 2.400 Euro pro Jahr nicht überschreiten.
 
Zu der Ehrenamtspauschale zählen steuerfreie Einnahmen für Tätigkeiten wie zum Beispiel Vereinsvorstand oder -kassierer, Gerätewart oder Ähnliches. Der Freibetrag umfasst maximal 720 Euro im Jahr.