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Midijob: Das gilt für die Gleitzone ab 2019!

Midijob: Das gilt für die Gleitzone ab 2019!
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Anastasia Johlen am 18.02.2019

Mittlerweile ist vermutlich vielen der Begriff Minijob bekannt: Es handelt sich um eine geringfügige Beschäftigung, welche entweder von kurzer Dauer ist oder die 450 Euro pro Monat nicht überschreitet. Aber was genau ist ein Midijob? Ab wann gilt Ihr Job als Midijob und wann als Minijob? Müssen bei einem Midijob Sozialabgaben gezahlt werden? Was für Besonderheiten müssen beachtet werden? Erfahren Sie alles hier rund um den Midijob und die Änderungen ab Juli 2019.

Definition Midijob: Was ist das für ein Arbeitsverhältnis?

Die Bezeichnung Midijob gibt bereits einen Hinweis darauf, dass es sich um einen Job zwischen dem klassischen Minijob und einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung handelt. 

  • Als Midijob wird ein Arbeitsverhältnis bezeichnet, bei dem Sie als Arbeitnehmer mehr als 450 Euro und weniger als 850 Euro pro Monat verdienen.
  • Dieser Spielraum im monatlichen Einkommen wird auch oft Gleitzone genannt und ist eine gute Alternative zum gängigen Aushilfsjob auf 450-Euro-Basis. Der Midijob selbst ist daher auch als Gleitzonenfall bekannt. 
  • Ein Midijob ist im Vergleich zum Minijob nicht steuerfrei und Sie müssen Abgaben an die Sozialversicherung zahlen. Die Abgaben sind in der Regel geringer als in einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung. 

Änderungen im Midijob ab Juli 2019

Ab dem 01. Juli 2019 wird aus Gleitzone der sogenannte Übergangsbereich. Dadurch erhöht sich die Verdienstgrenze: Arbeitnehmer in einem Midijob dürfen nicht mehr nur 850 Euro, sondern sogar 1300 Euro brutto im Monat verdienen.

Die Unterschiede zwischen Midijob und Minijob 

1. Die Bezahlung

In einem Minijob dürfen Sie pro Monat nur bis zu 450 Euro verdienen, hingegen können Sie ab Juli 2019 mit bis zu 1300 Euro im Monat entlohnt werden. 

2. Die Sozialversicherung

Grundsätzlich besteht während eines Minijobs keine Sozialversicherungspflicht, in einem Midijob müssen jedoch Abgaben geleistet werden, in der Regel 11 bis 21 Prozent des Bruttoeinkommens. So haben Sie in einem Midijob Vorteile.

Anders sieht das aus, wenn Ihr Lohn im Minijob über die monatliche Verdienstgrenze reicht, dann müssen Sie 20 bis 21 Prozent des Bruttolohns zahlen. 

3. Das Bruttoeinkommen

Das Brutto- und Nettoeinkommen unterscheidet sich im Midijob erheblich vom Minijob: Werden im Midijob die Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen, unterscheiden sich Netto- und Brutto voneinander. Im Minijob sind Netto und Brutto dagegen deckungsgleich. 

4. Die Steuern

Viele Arbeitnehmer haben einen Minijob als Nebenjob zu einer Haupttätigkeit. Würden Sie sich für Hauptjob und Midijob als Nebentätigkeit entscheiden, bleibt es fraglich, ob sich diese Paarung der Arbeitsverhältnisse lohnt. 

Wie viel Stunden pro Woche dürfen Sie im Midijob arbeiten?

Auch in einem Midijob müssen Sie sich an das Arbeitszeitgesetz halten, weshalb Sie am Tag in der Regel maximal acht Stunden abreiten dürfen. In Ausnahme kann die reguläre Arbeitszeit am Tag auch auf zehn Stunden erweitert werden. Weiterhin spielt der aktuelle Mindestlohn eine Rolle. Die 9,19 pro Stunde sind seit Januar 2019 der aktuelle Mindestlohn. 

Das heißt, dass Sie als Midijobber bis Juli nicht mehr als 23 Stunden pro Woche oder 92 Stunden pro Monat arbeiten dürfen. Ansonsten überschreiten Sie die (noch) aktuelle Einkommensgrenze im Midijob von 850 Euro im Monat. 

Müssen Sie im Midijob Steuern zahlen?

Wie bei allen Arbeitsverhältnissen läuft auch die Besteuerung des Midijobs über die Lohnsteuerkarte. Ob Sie die Lohnsteuer im Midijob zahlen müssen, ist davon abhängig, in welcher Steuerklasse Sie sich befinden. In der Lohnsteuerklasse eins und vier ist der Midijob steuerfrei, hingegen müssen in Steuerklasse fünf und sechs Lohnsteuer im Midijob gezahlt werden. 

Handelt es sich bei dem Midijob allerdings um einen Zweitjob und sie sind in einem anderen Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, dann müssen Sie das Gehalt des Midijobs nach Lohnsteuerklasse sechs versteuern. 

Bekommen Sie als Midijobber im Krankheitsfall Lohn?

Der große Vorteil im Midijob: Sie erhalten im Midijob Krankengeld. Hingegen haben Sie im Minijob keinen Anspruch auf Krankengeld. Da Sie im Midijob auch sozialversicherungspflichtig sind, haben Sie die gleichen Rechte im Krankheitsfall, wie alle anderen Arbeitnehmer auch.  

Konkret heißt das: Innerhalb der ersten sechs Wochen einer Krankheit erhalten Sie die Lohnfortzahlung und Krankengeld, wenn Sie länger als sechs Wochen von der Arbeit fern bleiben müssen. 

Lohnt sich der Midijob für Studenten?

Ob es sich für Sie als Student lohnt, hängt davon ab, ob Sie Bafög beziehen oder nicht. Bekommen Sie Bafög müssen Sie die Einkommensgrenze beachten. Hingegen werden Minijobs nicht auf das Bafög angerechnet. Beachten Sie im Midijob nicht die Richtlinien im Bafög, kann es zu Kürzungen oder im schlimmsten Fall zur kompletten Streichung der Leistungen kommen. 

In der Regel erhalten Studenten auch noch Kindergeld, weshalb Sie auch in diesem Fall etwas beachten müssen:

  • Der Midijob muss weniger als 20 Stunden pro Woche betragen, ansonsten drohen Abzüge beim Kindergeld. 

Erkundigen Sie sich deshalb am besten bereits im Vorfeld einer Midijob-Tätigkeit beim Bafög-Amt Ihrer Universität. 

Haben Sie im Midijob einen Urlaubsanspruch?

Anders als vielleicht viele annehmen, hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Auch im Minijob und im Midijob. Der Anspruch an Urlaubstagen orientiert sich im Midijob an den Arbeitstagen pro Woche. Arbeiten Sie also vier Tage in der Woche in Ihrem Midijob, haben Sie einen Anspruch auf mindestens 16 Urlaubstage pro Kalenderjahr. 

Dürfen Sie als Hartz IV-Empfänger einen Midijob machen?

Wenn Sie Hartz IV beziehen und mehr einkommen haben möchten, können Sie sicherlich einen Midijob ausüben. Hierbei sollten Sie bedenken, dass das Einkommen des Midijobs auf den Hartz IV Satz angerechnet wird. Pauschal werden 100 Euro bei erwerbstätigen Hartz IV-Empfängern abgezogen. Da Sie im Midijob ein monatliches Bruttoeinkommen von bis zu 1000 Euro erhalten können, kommt ein weiterer Abzug hinzu: 20 Prozent des Einkommens vom Midijob.

Erkundigen Sie sich vorher bei der Agentur für Arbeit oder überschlagen Sie Ihr Einkommensplus, wenn Sie zusätzlich einen Midijob ausüben. 

Wie funktioniert die Kündigung im Midijob?

Wenn Sie Ihren Midijob nicht mehr ausüben möchten, müssen Sie für eine Kündigung im Grunde die gleichen Bedingungen einhalten, wie für andere Arbeitsverhältnisse auch. Auch Ihr Arbeitgeber hat sich an die gesetzlich geregelten Kündigungsfristen und Abläufe zu halten.

Kündigung vom Midijob

  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen die gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob einhalten
  • Die Kündigung von dem Midijob muss schriftlich erfolgen
  • Bei einer ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber sind die Gründe anzugeben
  • Eine außerordentliche fristlosen Kündigung vom Midijob darf nur aus einem wichtigen Grund geschehen 

Wie Sie sehen, gibt es in Sachen Aushilfsjobs auch noch andere Möglichkeiten, als der klassische Minijob auf 450-Euro-Basis. Klicken Sie sich jetzt durch die online gestellten Jobangebote hier auf aushilfjobs.info und finden Sie noch heute den perfekten Job!