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Kurzfristige Beschäftigung: Der Minijob auf Zeit

Kurzfristige Beschäftigung: Der Minijob auf Zeit
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Anastasia Johlen am 21.03.2019

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, dass auf bestimmte Zeit abgeschlossen wird. Besonders junge Menschen können von dieser Art der geringfügigen Beschäftigung profitieren, doch oft wissen Sie nicht welche Vorgaben und Regeln beachtet werden müssen. Gibt es Aspekte, die Sie als kurzfristig Beschäftigter beachten müssen? Sind sozialrechtliche oder steuerrechtliche Besonderheiten zu beachten? Wo liegt der Unterschied zu einem regulären Minijob?

Geringfügige Beschäftigung: Zwei Arten des Minijobs

Bei Minijobs oder Aushilfsjobs handelt es sich um geringfügige Beschäftigungen, welche grundsätzlich in zwei Arten unterteilt werden:

450-Euro-Minijob

Bei einem 450-Euro-Job handelt es sich um eine Beschäftigung, die maximal mit 450 Euro im Monat entlohnt werden. Es handelt sich um ein Arbeitsverhältnis, das regelmäßig ausgeübt wird und aufgrund des Mindestlohns auf eine maximale Stundenzahl im Monat festgelegt ist.

Überschreitet das monatliche Einkommen 450 Euro, handelt es sich nicht um einen Minijob und es müssen Sozialabgaben gezahlt werden. In der Regel sind vom Arbeitnehmer keine Sozialabgaben und Steuern abzuführen.

Kurzfristiger Minijob

Kurzfristige Minijobs werden auch als kurzfristige Beschäftigung bezeichnet und sind zeitlich begrenzt. Das heißt, dass ein kurzfristiger Minijob nicht regelmäßig für ein Kalenderjahr ausgeübt werden darf:

Im Laufe eines Jahres darf der kurzfristig Beschäftigte nicht länger als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage arbeiten. Die Verdiensthöhe ist nicht relevant.

Definition: Kurzfristigkeit laut Gesetz

Nach § 8 des Sozialgesetzbuches IV ist unter Kurzfristigkeit folgendes zu verstehen

 

„Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist […] Von dem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen.“

 

Was muss bei einer kurzfristigen Beschäftigung beachtet werden?

Maßgeblich für den kurzfristigen Minijob ist die Zeitgrenze, welche vom Beschäftigungsumfang abhängt:

  • 3-Monats-Zeitraum bei mindestens 5-Tage-Woche,
  • 70 Arbeitstage im Kalenderjahr bei einer wöchentlichen Arbeitszeit unter 5 Tagen.

Kurzfristige Beschäftigung vertraglich festhalten

Es ist wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den kurzfristigen Minijob schriftlich fixieren. Im Voraus sollte vertraglich festgelegt werden, aus welchem Grund die Beschäftigung kurzfristig ist und welche Art und Weise der Tätigkeit vorliegt z. B. als Erntearbeiter in Saison oder ob aufgrund eines Rahmenvertrages der Arbeitseinsatz auf 70 Arbeitstage im Kalenderjahr reduziert ist.

Zum Beispiel bei einem Kellner-Job, der lediglich zu bestimmten Feiern in Anspruch genommen wird.

Kurzfristige Minijobs dürfen nicht berufsmäßig ausgeübt werden

Im Grunde bedeutet es, dass Sie mit dem kurzfristigen Minijob nicht Ihren Lebensunterhalt bestreiten dürfen. Dafür sollten Sie einen sozialversicherungspflichtigen Job ausüben, wo Sie regulär und dauerhaft arbeiten.

Üben Sie nur eine kurzfristige Beschäftigung aus und verdienen Sie dabei mehr als 450 Euro im Monat, handelt es sich im Grund nicht mehr um einen kurzfristigen Minijob.

Verdienst und Sozialabgaben bei einer kurzfristigen Beschäftigung

Bei einem kurzfristigen Minijob spielt es keine Rolle, wie viel Sie verdienen, so lange die maximalen Arbeitstage pro Kalenderjahr und Monate beachtet wird.

Als Beschäftigter eines kurzfristigen Jobs müssen Sie keine Sozialabgaben abführen und theoretisch können Sie unbegrenzt verdienen.

Der Arbeitgeber hat für seine kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmer, geringe Abgaben zu leisten. So muss dieser die Umlagen zum Ausgleich der Aufwendung bei Krankheit („U1“) und Schwangerschaft bzw. Mutterschaft („U2“) sowie die Umlagen für den Fall einer Insolvenz bei der Minijob-Zentrale entrichten.

Mehrere kurzfristige Minijobs: Geht das?

In der Regel können Sie als Arbeitnehmer mehrere kurzfristige Minijobs nebeneinander ausüben, jedoch dürfen Sie auch hier nicht die Grenze von drei Monaten beziehungsweise von 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr überschreiten. Rechnen Sie die Arbeitstage zusammen und schauen Sie, ob beide Arbeitsverhältnisse die Grenzen für einen kurzfristigen Minijob übersteigen.

Generell gilt, dass Sie auch beim Ausüben von mehreren kurzfristigen Beschäftigungen keine Verdienstgrenze beachten müssen, jedoch die zeitlichen Vorgaben.

Kurzfristige Beschäftigung: Beliebt bei Saisonarbeit

In einigen Branchen ist die Anstellung von kurzfristigen Beschäftigten sehr beliebt, das lohnt sich vor allem bei Saisonarbeit. Insbesondere im Obst- und Gemüseanbau wird dieses Arbeitsverhältnis bevorzugt in Anspruch genommen.

Weiterhin besteht so auch die Möglichkeit, qualifizierte Arbeiter für eine bestimmte Zeit zu erwerben, etwa wenn eine Saison anbricht oder ein Projekt für bestimmte Zeit geplant ist. Besonders für Studenten und Schüler zeigt sich die kurzfristige Beschäftigung in Semester- und Schulferien als attraktive Alternative.

Aufzeichnungspflicht bei kurzfristig Beschäftigten

Damit der Gesetzgeber sicher sein kann, dass tatsächlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt, müssen die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten protokollieren.

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet das Protokoll zu überwachen und auf Richtigkeit zu prüfen.

Protokoll als Arbeitsnachweis

  • Name und Vorname des Beschäftigten
  • Anschrift
  • Persönliche Angaben
  • Kontaktdaten
  • Sozialversicherungsnummer
  • Dauer der Beschäftigung
  • Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden
  • Datum der Lohnzahlung