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Im Minijob Anspruch auf Rente und Reha?

Im Minijob Anspruch auf Rente und Reha?
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Anne Maria Kilzer am 09.11.2017

Egal ob Sie für einen gewerblichen oder einen privaten Arbeitgeber arbeiten, Minijobber haben unter bestimmten Vorraussetzungen einen Anspruch auf Übergangsgeld, wenn sie an einer Rehabilitationsmaßnahme der gesetzlichen Rentenversicherung teilnehmen. 

Vorraussetzungen für Leistungen aus der Rentenversicherung

Die wichtigste Voraussetzung für die Beziehung von Übergangsgeld ist die Versicherung bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Da kurzfristige Minijobber keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen, sind sie nicht rentenversichert und erhalten somit auch keine Leistungen von der Rentenversicherung.

450-Euro-Minijobber hingegen müssen Beiträge zur gesetzlichen Rente zahlen, es sei denn sie haben sich davon befreien lassen. Wenn sie auf die Versicherungsfreiheit verzichten, haben sie Anspruch auf das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung.

Beiträge zur Rentenversicherung

Als 450-Euro-Minijobber haben Sie die Möglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, damit Ihnen im Versicherungsfall das volle Leistungspaket zusteht. Der Eigenanteil eines Minijobbers im Privathaushalt zur Rentenversicherung beträgt derzeit 13,7 Prozent. Minijobber mit einem gewerblichen Arbeitgeber zahlen nur 3,7 Prozent. Das liegt daran, dass die Prozentsätze von privaten und gewerblichen Arbeitgebern unterschiedlich sind. Private Arbeitgeber zahlen lediglich 5 Prozent des Arbeitslohns an die gesetzliche Rentenversicherung, gewerbliche Arbeitnehmer müssen 15 Prozent zahlen. Der Minijobber muss für seinen eigenen Anteil die Differenz zum vollen Beitragssatz der Rentenversicherung von 18,7 Prozent ausgleichen.

Übergangsgeld

Wenn der Minijobber unmittelbar vor einer Rehabilitationsmaßnahme Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat, hat er einen Anspruch auf Übergangsgeld.
Dieses Geld zahlt die Rentenversicherung über einen Zeitraum von 6 Wochen, wenn aufgrund einer gleichartigen Vorerkrankung bereits 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber erfolgt sind und der Anspruch auf eine sechswöchige Entgeltfortzahlung damit verbraucht ist. 

Voraussetzung für das Übergangsgeld sind die Zahlungen von Versicherungsbeiträgen an die gesetzliche Rentenversicherung unmittelbar vor der Reha oder einer vorangegangenen Arbeitsunfähigkeit. Der Anspruchs gilt auch, wenn gleichzeitig Krankengeld bezogen wird.

Wie hoch das Übergangsgeld ausfällt und ob ein Anspruch besteht, entscheidet die Rentenkasse. Maßgeblich richtet sich die Höhe nach dem letzten Gehalt, das der Minijobber erhalten hat, wovon 80 Prozent als Berechnungsgrundlage herangezogen werden. Das Übergangsgeld beträgt bei Minijobbern mit Kindern 75 Prozent der Berechnungsgrundlage, bei kinderlosen Menschen 68 Prozent.

Entgeltfortzahlung

Auch Minijobber haben einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei unverschuldeter Krankheit oder einer Rehabilitationsmaßnahme. Insgesamt muss der Arbeitgeber, egal ob privat oder gewerblich, eine Entgeltfortzahlung bis zu sechs Wochen leisten.

Hat der Arbeitgeber allerdings schon einmal wegen der selben Krankheit Entgeltfortzahlung geleistet, verringert sich der Anspruch um den Zeitraum, für den bereits gezahlt wurde. Werden die Reha-Maßnahmen nun erst angetreten, wenn die sechs Wochen Entgeltzahlung bereits verbraucht sind, besteht gegenüber dem Arbeitgeber kein Anspruch mehr.