© Uber Images / shutterstock.com

Geringfügige Beschäftigung als Rentner

Geringfügige Beschäftigung als Rentner
© g-stockstudio | shutterstock.com
Anastasia Johlen am 09.01.2019

Auch Rentner dürfen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Minijob etwas dazu verdienen. Immer mehr Rentner möchten oder müssen sich mit einer geringfügigen Beschäftigung etwas zu der mageren Rente dazu verdienen, oder möchten die Berufswelt noch nicht ganz hinter sich lassen. Was hat die Voll- und Teilrente mit dem Aushilfsjob zu tun und welche Voraussetzungen und Regeln müssen Sie als Rentner bei einem Minijob beachten?

Anspruch auf Regelaltersrente

Die gesetzliche Rente zählt vermutlich für die Mehrheit der Menschen zu den wichtigsten Bausteinen der Altersvorsorge. Denn aus der Rente fließen durchschnittlich 63 Prozent des Alterseinkommens. Aber wer hat überhaupt einen Anspruch auf Rente? 

Grundsätzlich haben alle einen Anspruch auf abschlagsfreie Regelaltersrente, die folgende Bedingungen erfüllen:

 

  • das 67. Lebensjahr ist vollendet (Regelaltersgrenze)
  • Beruf wurde aufgegeben bzw. nur Einkünfte innerhalb der Grenzen des gesetzlichen Hinzuverdienst
  • die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt

Wie hoch Ihre Rente ausfällt, hängt davon ab, wie viel Sie über Ihr Erwerbsleben verdienen. Jedes Jahr sammeln Sie sogenannte Entgeltpunkte. Das Alter für den regulären Renteneintritt steigt schrittweise von 65 auf 67 Jahre (Regelaltersgrenze). Wenn Sie früher in den Ruhestand gehen, erhalten Sie weniger Rente.

Flexirentengesetzt: Änderungen bei der Rentenversicherungspflicht für Minijobber

Erstmal muss festgehalten werden, dass Rentner zwei Möglichkeiten haben, um sich die Rente auszahlen zu lassen: Sie können die Rente als Vollrente oder als Teilrente in Anspruch nehmen. 

Seit Anfang 2017 besteht dank des Flexirentengesetzt für Rentner die Möglichkeit eine Teilrente stufenlos in Anspruch nehmen zu können, dadurch vereinfachte sich auch die Kombination von Teilrente und Hinzuverdiensten. Vorher konnten Rentner lediglich drei festgesetzte Stufen der Teilrentenzahlung wählen, entweder zwei Drittel die Hälfte oder ein Drittel der Vollrente. Altersrentner, die nur eine Teilrente beziehen, sind rentenversicherungspflichtig. Möchten Sie Ihren Anteil nicht mehr zahlen, müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen Befreiungsantrag stellen. So erhalten Sie die 450-Euro ohne Abzüge.

Somit können Rentenversicherte seit Anfang 2017 die Höhe der Teilrente selbst wählen. Dadurch liegt es in der Hand des Versicherten, wie er Rente und Erwerbstätigkeit vereint. Auch Altersvollrentner profitieren von der neuen gesetzlichen Regelung dem „Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben“ (vgl. § 5 Abs. 4 SGB VI). Ist die Regelaltersgrenze erreicht, muss keine Hinzuverdienstgrenze mehr beachtet werden. Das heißt, dass Ihre Altersrente immer in voller Höhe ausgezahlt wird, egal wie viel Sie zusätzlich dazu verdienen. Eine Außnahme besteht, wenn Sie eine Teilrente beantragt habe. 

Welche Regelungen gelten für den Minijob in der Rente?

Welche Regelungen tatsächlich greifen, hängt von individuellen Faktoren ab. Hat der Rentner die Regelaltersgrenze erreicht? Ist der Rentner versicherungspflichtig? Das eine hängt mit dem anderen zusammen: 

Falls Sie bereits Rente beziehen, aber noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben und einen Minijob ausüben, müssen Sie so lange in die Rentenkasse einzahlen, bis Sie das Rentenalter erreicht haben. Dabei erhalten Sie weiterhin Entgeltpunkte. Als 450-Euro-Minijobber besteht die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Ihr Arbeitgeber muss dennoch unabhängig von Ihnen einen Pauschalbetrag von 15 Prozent des Lohnes an die Versicherung abgeben.

Haben Sie hingegen die Regelaltersgrenze erreicht und üben einen Minijob aus, müssen Sie keine Rentenversicherungsbeiträge leisten. Dennoch zahlt Ihr Arbeitgeber den entsprechenden Anteil an die Rentenversicherung. Erreichen Sie also die Altersgrenze für die Rente, können Sie unbegrenzt hinzu verdienen. 

Von der Rentenversicherungspflicht befreien 

Wie bereits erwähnt, können Sie sich als Rentner, z.B. als Frührentner, von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Ob Sie das tun oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Dennoch soll verdeutlicht werden, was für Sie bei den Abzügen rauskommt:

In einem gewerblichen Minijob gehen etwa 16,65 Euro von den 450 Euro im Monat runter. Üben Sie einen Minijob im Privathaushalt aus sind die Abzüge noch viel höher. Lassen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber befreien, erhalten Sie die vollen 450 Euro. 

Sie müssen sich hierbei nicht um Ihre Altersrente sorgen, denn trotz Beiträge verändert sich wenig:

Arbeiten Sie beispielsweise ein Jahr lang im Restaurant, ein gewerblicher Minijob, zahlen Sie bei monatlichen Abzügen von 16,56 Euro im Jahr 199,80 Euro Rentenbeiträge. Diese Beiträge erhöhen Ihre Altersrente ab 67 Jahren um 89 Cent pro Monat. Im Umkehrschluss machen Sie dadurch keinen großen Gewinn. 

Allgemein: Hinzuverdienstgrenze für Alters- und Erwerbminderungsrente 

Die jährliche Hinzuverdienstgrenze für die Rente in voller Höhe liegt bei 6.300 Euro. Diese Hinzuverdienstgrenze regelt, wie viel ein Rentner vor erreichen seiner Regelaltersgrenze hinzuverdienen darf, also als Altersfrührentner. Somit bezieht es sich nur auf Renten, welche vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze, wegen voller Erwerbsminderung und der Knappschaftsausgleichsleistung ausgezahlt werden. Wird der Wert überschritten, kann eine Kürzung der Rente folgen. 

Erreichen Sie hingegen die Regelaltersgrenze können Sie unbegrenzt hinzuverdienen. Es findet auch keine Anrechnung auf die Rente statt. Sie sind nach der Regelaltersgrenze von Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung befreit.

Verdienstgrenze für Minijobs

Für Minijobs gilt weiterhin die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro, das heißt, dass Sie im Monat maximal 450 Euro verdienen dürfen. Haben Sie die Rentenaltersgrenze noch nicht erreicht, müssen Sie auch noch Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung leisten.  Möchten Sie mehr als 450 Euro zu Ihrer Rente hinzuverdienen, sollten Sie sich entsprechend beraten lassen. Fragen zum Zuverdienst beantwortet etwa die Deutsche Rentenversicherung. Andernfalls besteht das Risiko bei einem zu hohen Verdienst, dass die Voraussetzungen für die Rente entfallen.

Arbeitsvertrag für geringfügig beschäftigte Rentner

Auch als Rentner sollten Sie bei einer geringfügigen Beschäftigung einen Arbeitsvertrag abschließen. So befinden Sie sich rechtlich immer auf der sicheren Seite. Folgende Inhalte sollte der Arbeitsvertrag als Minijobber in Rente enthalten:

 

  • Beginn des Beschäftigungsverhältnisses 
  • Mögliche Befristung der Beschäftigung 
  • Mögliche Probezeit der Beschäftigung 
  • Höhe des Lohns 
  • Arbeitszeit 
  • Art der Tätigkeit 
  • Urlaubsansprüche 

Weitere Informationen über die Rente erhalten Sie hier /www.deutsche-rentenversicherung.de.