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Drei Tipps: So wird der Minijob zum Karrieresprungbrett!

Theresa Müller am 16.06.2020
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ungefähre Lesezeit 4 Minuten 21 Sekunden
Drei Tipps: So wird der Minijob zum Karrieresprungbrett!
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Inhalt:
  1. Nebenjob: Warum ist er so beliebt?
  2. Dauerhafter Minijob: Was ist die Gefahr
  3. Dauerhafter Aushilfsjob: Was heißt das für die Rente?
  4. Drei Tipps: Wie der Minijob die Karriere voranbringt!
    1. Tipp 1: Den Nebenjob passend zur Ausbildung/ zum Studium wählen.
    2. Tipp 2: In kleinen Schritten zur Vollzeitstelle gehen.
    3. Tipp 3: Minijobs mit großem Aufgabenspektrum suchen.
  5. Fazit Minijob: Sackgasse oder ein Karrieresprungbrett?

Die einen wollen sich während der Ausbildung oder während des Studiums etwas dazuverdienen. Die anderen haben ein kleines Kind und aktuell keine Zeit für einen Vollzeitjob. Wieder andere wollen in die Selbstständigkeit und brauchen etwas „Starthilfe“ durch einen kleinen Nebenverdienst. Gründe, einen Minijob einzugehen, gibt es viele. Doch viele Experten raten, nicht ewig in einem Minijob zu verweilen und warnen vor der Gefahr, dass ein Minijob wie eine Falle ist, aus der man nicht mehr herauskommt. Warum ist das so? Und was kann man tun, damit der Minijob nicht zur Sackgasse, sondern zum Karrieresprungbrett wird? Wir geben fünf Tipps!

Nebenjob: Warum ist er so beliebt?

Immer mehr Menschen haben heutzutage einen Nebenjob. Laut der Bundesagentur für Arbeit steigt der Trend seit 15 Jahren an. Ein Grund dafür ist, dass bei dem kleinen Zusatzverdienst der Nettolohn dem Bruttolohn entspricht. Es werden weder Steuern noch Sozialabgaben abgezogen. Das ist nicht nur für diejenigen ein Vorteil, die studieren oder ein kleines Kind zu Hause haben, sondern auch für diejenigen, die bereits Vollzeit arbeiten. Denn man kennt es: Nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und weiteren Kosten wie Miete bleibt nicht mehr viel von dem Gehalt übrig. Sparen oder größere Investitionen sind nicht so leicht möglich. Das ändert sich durch einen Nebenjob. Durch diesen kann man auch mal etwas Geld zur Seite zu legen – für einen größeren Urlaub oder ein neues Auto.

Dauerhafter Minijob: Was ist die Gefahr

Es klingt lukrativ: Wenig arbeiten und das Gehalt vollständig, also ohne Abgaben, ausgezahlt bekommen. Ein Minijob kann aber auch zur Falle werden, wenn man ihn alleinig ausübt. Das heißt, nicht neben einem Studium, der Ausbildung oder dem Vollzeitjob, sondern als Hauptbeschäftigung.
 Experten warnen sogar davor, über mehrere Jahre in einem Minijob zu verweilen. Warum? Es besteht die Gefahr, dass der Sprung aus dem Minijob nicht gelingt. Das liegt daran, dass Minijobber oft eher einfache Aufgaben ausüben, die nicht so viel Verantwortung mit sich bringen und die keine hohen Qualifikationen oder Kenntnisse verlangen.

So gibt es nur wenige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und Neues zu lernen. Arbeitgeber, die auf der Suche nach Voll- oder Teilzeitkräften sind, haben aber Ansprüche, dass ihre neuen Mitarbeiter hohe Qualifikationen und viele Kenntnisse mitbringen. Das Problem ist ersichtlich: Die Personaler entscheiden sich in der Regel eher für einen Bewerber, der bereits vorher in ähnlicher Position wie die ausgeschriebene Stelle gearbeitet hat als für einen Minijobber, der erst noch angelernt werden muss.

Dauerhafter Aushilfsjob: Was heißt das für die Rente?

Da ein Jobwechsel aufgrund von fehlenden Qualifikationen schwer ist, kann es passieren, dass man bis zur Rente ausschließlich in einem oder mehreren Minijobs arbeitet. Warum das problematisch ist, wird beim Eintritt in die Rente deutlich: Da über mehrere Jahre wenig bis gar keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt wurden, erhält der Rentner dann auch nur wenig Rente. Oft ist diese dann sogar so gering, dass Rentner auf einen Nebenverdienst angewiesen sind, um all ihre Kosten zu decken. Das bedeutet, sie müssen auch während ihrer Rente weiterhin in einem Minijob arbeiten.

Drei Tipps: Wie der Minijob die Karriere voranbringt!

Es besteht also die Gefahr, dass Minijobber dauerhaft in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis sind und der Sprung zur Voll- oder Teilzeitstelle nicht gelingt. Aber das muss nicht sein! Ein Minijob kann nicht nur ein netter Nebenverdienst sein, sondern auch als Karrieresprungbrett fungieren. Mit den folgenden drei Tipps gelingt es Ihnen bestimmt, Ihre Karriere durch Ihren Minijob voranzubringen.

Tipp 1: Den Nebenjob passend zur Ausbildung/ zum Studium wählen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Minijob sind, achten Sie genau darauf, für welchen Nebenjob Sie sich entscheiden. Empfehlenswert ist einer, der zu Ihrer Ausbildung, Ihrem Studium oder Ihrer Haupttätigkeit passt. Denn so sammeln Sie weitere Praxiserfahrungen im relevanten Bereich und trainieren Ihre Fähigkeiten. Das kann Ihnen auch später zu Gute kommen, wenn Sie in einen Teil- oder Vollzeitjob wechseln wollen. Denn Personaler erkennen, dass Sie schon für die Stelle wichtige Qualifikationen mitbringen. Hier ein paar Beispiele, welche Nebenjobs sich bei bestimmten Berufen beziehungsweise Studiengängen eignen.

  1. Sie sind Erzieher? Dann sollten Sie sich idealerweise einen Nebenjob als Babysitter suchen.
  2. Sie studieren Lehramt? Dann ist ein Minijob als Nachhilfelehrer passend für Sie.
  3. Sie arbeiten als Tierpfleger? Dann versuchen Sie sich doch mal als Dogwalker.
  4. Sie arbeiten und wollen einmal im Vertrieb arbeiten? Dann suchen Sie sich doch einen Minijob als Verkäufer?
  5. Sie wollen einmal in der Tourismusbranche Fuß fassen? Dann sichern Sie sich jetzt Ihren Minijob im Reisebüro.

Tipp 2: In kleinen Schritten zur Vollzeitstelle gehen.

Erstmal klein anfangen! Das ist ein bekannter Rat, der oft gegeben wird, damit man sich nicht zu hohe Ziele setzt und diese hinterher nicht erfüllt. Dieser Rat trifft auch auf den Minijob zu: Wenn Sie gerade in einem Minijob arbeiten und vorhaben, den Job zu wechseln, dann bewerben Sie sich in einem anderen Unternehmen doch auch erstmal auf einen Minijob.

Dies ist vor allem clever, wenn Sie sich für eine Stelle in einem beliebten und großen Unternehmen mit Aufstiegschancen interessieren. Hier ist die Konkurrenz groß. Es ist deswegen schwer, eine Stelle zu ergattern. Beginnen Sie doch zunächst mit einem Minijob und stellen Sie dabei dann Ihre Fähigkeiten unter Beweis. Wenn Sie zu einer wichtigen Kraft im Unternehmen heranwachsen, wird Ihnen das Unternehmen mit Sicherheit eine Möglichkeit des Aufstiegs anbieten – zum Beispiel in Form einer Teilzeit- oder Vollzeitstelle. Diese Taktik ist vor allem für Studenten interessant. Sie starten mit einem Minijob oder einem Praktikum. Im Handumdrehen kann daraus eine Werkstudentenstelle und später sogar ein Jobeinstieg werden. Der Minijob ist also statt Endstation der erste Schritt der Karriere.

Tipp 3: Minijobs mit großem Aufgabenspektrum suchen.

Achten Sie bei den Stellenausschreibungen immer genau darauf, was Ihre Aufgaben in dem Minijob sein werden. Denn es gibt Jobs, in denen Sie nur wenige Aufgaben mit wenig Verantwortung übernehmen. Das muss aber nicht so sein! Gerade bei kleinen Unternehmen bietet sich oft die Möglichkeit, bereits in einem Minijob wichtigere Aufgaben zu übernehmen.

Beispielsweise kann ein Minijob in der Buchhaltung eines Unternehmens unterschiedlich sein: Während Sie in einem großen Konzern vielleicht nur Rechnungen sortieren, können Sie in einem kleinen Handwerksbetrieb vielleicht schon die ganze Buchhaltung selbstständig erledigen. So eignen Sie sich Kenntnisse an, die für andere Jobs nützlich sein können. Natürlich spielt hierbei auch die eigene Motivation eine Rolle. Denn man verdient für unterschiedliche Aufgaben das gleiche Geld. Auch wenn das Geld etwas einfacher verdient ist, wenn man nur Rechnungen sortiert, bringt es einem im Endeffekt doch mehr, wenn man verschiedene Aufgaben kennenlernt.

Fazit Minijob: Sackgasse oder ein Karrieresprungbrett?

Es lässt sich nicht verallgemeinern, ob ein Minijob nun eher als eine Sackgasse oder als Sprungbrett der Karriere angesehen werden kann. Wichtig ist, dass man im Hinterkopf behält, dass sich ein Minijob, wenn man ihn dauerhaft betreibt und er die einzige Einnahmequelle darstellt, negativ auf die spätere Rente auswirkt. Das heißt aber nicht, dass ein Minijob pauschal schlecht ist und die Karriere durch ihn gestoppt wird. Er kann gleichermaßen dafür sorgen, dass die Karriere vorangetrieben wird.
Dabei kommt es aber auf Ihre eigene Einstellung und Ihre Motivation an! Suchen Sie sich einen Nebenjob, der zu Ihnen und zu Ihren späteren Karrierezielen passt. Und arbeiten Sie in Ihrem Minijob engagiert und motiviert. So wird Ihnen bestimmt bald ein Aufstieg angeboten. So kommt Ihre Karriere beinahe wie von selbst in Schwung!