© Uber Images / shutterstock.com

Beiträge für Minijobber: Welche, wie und wann?

Beiträge für Minijobber: Welche, wie und wann?
© Vladyslav Starozhylov | shutterstock.com
Anne Maria Kilzer am 08.11.2017

Wenn Sie als gewerblicher Minijobber einstellen, fallen unterschiedliche Sozialabgaben an, je nachdem ob Sie einen 450-Euro-Minijobber oder einen kurzfristigen Minijobber einstellen. Da der kurzfristige Minijobber nicht Rentenversicherungspflichtig ist, fallen auch für Sie keine Abgaben hierfür an. 

Abgaben für gewerbliche Minijobs im Detail

Für 450-Euro-Minijobber fallen wie auch für einen Arbeitnehmer Beiträge zur Sozialversicherung und Steuern an. Allerdings fallen diese geringer aus, als bei Arbeitnehmern, die einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.

Abgaben für einen 450-Euro-Minijobber:

- Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung: 13 %
- Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung: 15 %
- Umlage 1 (Zum Ausgleich des Arbeitgebers bei bei Krankheit des Angestellten): 0,9 %
- Umlage 2 (Zum Ausgleich des Arbeitgebers bei Schwanger- und Mutterschaft): 0,3 %
- Insolvenzgeldumlage: 0,09 %
- Pauschale Steuer: 2 % oder nach Lohnsteuerklasse des Angestellten

Abgaben für einen kurzfristigen Minijobber:

- Umlage 1 (Zum Ausgleich des Arbeitgebers bei bei Krankheit des Angestellten): 0,9 %
- Umlage 2 (Zum Ausgleich des Arbeitgebers bei Schwanger- und Mutterschaft): 0,3 %
- Insolvenzgeldumlage: 0,09 %
- Pauschale Steuer: 25 % oder nach Lohnsteuerklasse des Angestellten

Abgabefristen und Zahlung der Beitragszahlungen

Egal, ob ihr Minijobber monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich von Ihnen bezahlt wird, die Minijob-Zentrale möchte die Beitrage für jeden Minijobber monatlich fristgerecht überwiesen bekommen. Diese Frist endet spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats und gilt grundsätzlich mit der Wertstellung zugunsten der Minijob-Zentrale, das heisst am Fälligkeitstag muss der Betrag auf dem Konto der Minijob-Zentrale eingegangen sein. Wird diese Frist nicht eingehalten, berechnet die Minijob-Zentrale bereits am ersten Tag nach Fälligkeit einen Säumniszuschlag in Höhe von einem Prozent für jeden angefangenen Monat.

Vor dem Fälligkeitsdatum und der Überweisung muss aber zunächst die Höhe der Abgaben an die Minijob-Zentrale übermittelt werden. Diese müssen spätestens am fünftletzten Bankarbeitstag festgesetzt und per Beitragsnachweis-Verfahren an die Zentrale übermittelt werden.

Die monatlichen Beitragszahlungen können entweder per Lastschrifteinzug oder per Überweisung gezahlt werden.

Ermittlung der Abgabenhöhe

Da der Monat am fünftletzten Bankarbeitstag noch nicht abgeschlossen ist, kann auch zu diesem Zeitpunkt meist auch die Höhe des Entgelts und somit die der Beiträge noch nicht feststehen. Deshalb haben Arbeitgeber zwei Möglichkeiten, um ihre Abgaben vorzeitig festsetzen zu können.

1. Die Berechnung des voraussichtlich erzielten Entgelts durch Hochrechnung auf das Ende des Monats, oder eine Berechnung durch Werte des Vormonats. Es sind auch andere Berechnungen zulässig, solange die voraussichtliche Höhe so exakt wie möglich ist.

Kommt es aufgrund der vorherigen Berechnung zu einer Zahlung zu hoher Abgaben, werden diese mit der nächsten Fälligkeit ausgeglichen.

2. Seit Januar 2017 können alle Arbeitgeber ein vereinfachtes Verfahren zur Berechnung anwenden.
Dabei kann der Arbeitgeber die Abgaben in Höhe des Vormonatssolls der Echtabrechnung nachweisen und zahlen. Wurden zuviel oder zu wenig Abgaben gezahlt, werden diese zum drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig und erhöhen oder verringern damit den nächsten Zahlungsbetrag.

Die Übermittlung des Beitragsnachweises erfolgt rein elektronisch und muss über die Einzugsstellennummer 980 0000 6 geschehen. Eine Übersendung auf Datenträger oder auf Papier ist nur in Ausnahmefällen und auf vorherigen Antrag möglich.

Für die Übermittlung stellen die Krankenkassen die kostenlose Ausfüllhilfe „sv.net“ zur Verfügung. Damit können zuerst Beiträge und Meldungen erstellt und anschließend online übermittelt werden. Einzige Voraussetzung für dieses Programm ist das Windows-Betriebssystem auf dem eigenen Computer und eine Internetverbindung.