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Altersgrenze für Minijob: Ab welchem Alter ist ein Aushilfsjob möglich?

Anastasia Johlen am 13.01.2022
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Altersgrenze für Minijob: Ab welchem Alter ist ein Aushilfsjob möglich?
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Inhalt:
  1. Wer kann alles einen Aushilfsjob ausüben?
  2. Bestimmtes Alter für einen Minijob nötig?
  3. Ausnahmeregelung für Beschäftigung von Kindern
    1. Sind Auftritte bei Film oder Fernsehen verboten?
  4. Minijob für Teenies: Beschäftigung von Jugendlichen erlaubt?
    1. Wie viele Jugendliche arbeiten in Deutschland?
  5. Welche Nebenjobs dürfen Jugendliche ausüben?
  6. Welche Nebenjobs sind bei Jugendlichen beliebt?
    1. Beliebte Aushilfsjobs für 14 Jährige
    2. Beliebte Nebenjobs ab 15 Jahre
  7. Mindestlohn für Schüler?
  8. Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz werden bestraft

Minijobs sind in jedem Alter eine tolle Möglichkeit sich Geld dazuzuverdienen, egal ob neben der Schule, dem Studium oder im Alter als Aufbesserung der Rente. Ein weiterer Vorteil eines Aushilfsjobs ist die praktische Erfahrung, welche der Minijobber sammelt. Insbesondere für junge Menschen kann ein Nebenjob sehr verlockend sein, um sich das Taschengeld aufzubessern.

Doch gibt es eigentlich eine Altersgrenze für einen Minijob? Dürfen Sie als Arbeitgeber auch Kinder oder Jugendliche beschäftigen? Erfahren Sie in diesem Artikel, was Sie bei der Anstellung von Jugendlichen beachten müssen.

Wer kann alles einen Aushilfsjob ausüben?

Eine geringfügige Beschäftigung ist für Rentner, Studenten, Schüler, Arbeitslose, Ferienjobber oder Arbeitnehmer, die sich neben ihrem Hauptberuf etwas dazu verdienen wollen, möglich.

Grundsätzlich darf jeder in Deutschland einen Minijob annehmen, sogar mehrere gleichzeitig. Voraussetzung für mehrere Minijobs ist, dass sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen.

Arbeiten Sie bereits in einem Hauptberuf und verdienen Sie dort mehr als 450 Euro, dürfen Sie lediglich einen Minijob ausführen. Das Gesamteinkommen darf in keinem Fall die Grenze von 450 Euro im Monat überschreiten, ansonsten gilt dies nicht mehr als geringfügige Beschäftigung bzw. Minijob. Dann sind Steuer- und Sozialabgaben für den Angestellten fällig.

Allgemeine Fragen und Antworten rund um den Minijob finden Sie hier.

Bestimmtes Alter für einen Minijob nötig?

Können Aushilfsjobber für die Ausübung eines Minijobs zu jung oder zu alt sein? Grundsätzlich ja, es gelten Gesetze in Deutschland, ab welchem Alter eine Tätigkeit aufgenommen werden darf und ab wann ein Arbeitnehmer in Rente geht. Ein zu hohes Alter gibt es im Grunde nicht, denn auch Rentner dürfen sich Geld dazuverdienen. Für viele Rentner ist es sogar ein Muss, damit sie finanziell über die Runden kommen.

Verboten hingegen ist die Erwerbstätigkeit in einem zu jungen Alter, denn das gilt als Kinderarbeit und ist in Deutschland untersagt. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren keine Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen. Hilfeleistungen in der Familie und im Haushalt, wie Spülmaschine ausräumen oder Gartenarbeit, zählen übrigens nicht dazu. Es handelt sich hier um gelegentliche Gefälligkeiten in der Familie.

Das Jugendarbeitsschutzgesetzt gilt nicht „für geringfügige Hilfeleistungen, soweit sie gelegentlich aus Gefälligkeit, auf Grund familienrechtlicher Vorschriften, in Einrichtungen der Jugendhilfe und zur Eingliederung Behinderter erbracht werden“ und nicht für Beschäftigungen im Familienhaushalt. Für bestimmte Konstellationen sind weitere Ausnahmen erlaubt, sodass Kinder ab 13 Jahren arbeiten dürfen.

Ausnahmeregelung für Beschäftigung von Kindern

Kinder müssen mindestens 13 Jahre alt sein und dürfen dann nur mit Einwilligung der Eltern eine leichte Beschäftigung ausüben, die für Kinder geeignet ist, wie zum Beispiel Zeitungen austragen. Die Sicherheit, Entwicklung und Gesundheit der Kinder darf bei der Ausübung dieser leichten Tätigkeiten nicht gefährdet sein. Dabei ist ein Umfang von zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche zwischen 8 und 18 Uhr erlaubt. Für diese Form der Kinderarbeit hat der Gesetzgeber allerdings strenge Grenzen festgelegt.

Ausnahmen sind nur zugelassen, wenn die Maßnahmen der Erziehung der Kinder (durch richterliche Anordnung), ihrer Heilung (durch beschäftigungstherapeutische Maßnahmen) oder der Einführung in die Arbeitswelt (durch Betriebspraktika während der Schulzeit) dienen.

Sind Auftritte bei Film oder Fernsehen verboten?

Theater- und Musikveranstaltungen, Filmaufnahmen, Fernseh- und Hörfunkproduktionen und die dazugehörigen Proben gelten als Ausnahme für Kinder.

Für diesen Bereich gibt es besondere Ausnahmeregelungen: Kinder über sechs Jahre dürfen bis zu vier Stunden täglich auftreten, allerdings nur in der Zeit von zehn bis 23 Uhr. Sind die Kinder zwischen drei und sechs Jahren alt, dürfen sie bis zu zwei Stunden täglich von acht bis 17 Uhr bei Aufführungen eingesetzt werden.

Minijob für Teenies: Beschäftigung von Jugendlichen erlaubt?

Jugendliche ab 15 Jahren dürfen während der Schulferien für höchstens vier Wochen arbeiten, dabei unterliegen diese dem JArbSchG.

Ein Jugendlicher im Alter von mindestens 15 Jahren darf höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden, ausgenommen am Wochenende. Weiterhin müssen Jugendliche in diesem Alter eine Freizeit von mindestens zwölf Stunden zwischen zwei Arbeitsschichten gewährt werden. Die Arbeitszeiten müssen zwischen 6 bis 20 Uhr liegen.

Ab einem Alter von 16 Jahren dürfen Jugendliche bereits von 5 bis 21 Uhr arbeiten. Für Sie als Arbeitgeber bedeutet das, dass Sie Jugendliche nicht für die Arbeit in der Nacht einteilen dürfen.

Wie viele Jugendliche arbeiten in Deutschland?

Viele junge Menschen möchten sich etwas zu ihrem Taschengeld hinzuverdienen, in Deutschland ist das fast jeder zweite Schüler. Besonders beliebt sind dabei Aushilfsjobs, da sich diese Beschäftigung oftmals gut mit Schule oder Studium kombinieren lässt: die Stundenzahl in einem Minijob ist oftmals gering, sodass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch in keinen Konflikt mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz kommen.

Bei der Beschäftigung von Jugendlichen in einem Minijob gelten die herkömmlichen Bedingungen für eine geringfügige Beschäftigung. Auch Jugendliche müssen bei Einhaltung der Rahmenbedingungen für einen Minijob keine Sozialabgaben zahlen.

Wichtig bei der Ausübung eines Minijobs ist, dass die Arbeitszeiten außerhalb der Unterrichtszeiten von Schule, Berufsschule oder Studium liegen und die schulischen Leistungen aufgrund der Nebentätigkeit nicht negativ beeinflusst werden. Weiterhin müssen die Arbeitszeiten je nach Alter des Jugendlichen beachtet werden.

Welche Nebenjobs dürfen Jugendliche ausüben?

Teure Wünsche mit dem eigenen Geld finanzieren, das klingt super und ist für Jugendliche ein wesentlicher Grund für die Ausübung einer Nebentätigkeit Aber welche Jobs dürfen Jugendliche überhaupt ausüben? Gibt es Jobs, die nicht für Jugendliche geeignet sind?

Grundsätzlich dürfen Sie als Unternehmen Aushilfsjobs für Schüler anbieten. Sie sollten dabei achten, dass die Tätigkeiten folgendermaßen gestaltet sind:

  • Sicherheit und gesundheitlicher Zustand sowie die Entwicklung der Jugendlichen werden nicht negativ beeinflusst.
  • Es besteht keine nachteilige Auswirkung auf den Schulunterricht.
  • Die Arbeitszeiten müssen entsprechend des Alters angepasst sein.
  • Der Nebenjob soll nicht von der eigentlich Ausbildung, egal ob in der Schule oder Berufsausbildung, abhalten.

Diese Bedingungen erfüllen beispielsweise Minijobs, wie Nachhilfe oder Zeitung und Prospekte austragen. Aber welche Jobs sind denn in den jeweiligen Altersgruppen der Jugendlichen beliebt?

Welche Nebenjobs sind bei Jugendlichen beliebt?

Je nach Alter müssen Sie als Arbeitgeber die verschiedenen Arbeitszeiten und die Arbeitsdauer im Blick behalten. Zusätzlich dürfen die Tätigkeiten für Kinder und Jugendliche nicht zu anstrengend sein und weder die Gesundheit, Sicherheit oder die Entwicklung negativ beeinflussen.

Beliebte Aushilfsjobs für 14 Jährige

  • Zeitungen austragen
  • Babysitten
  • Gartenarbeit
  • Nachhilfe geben
  • Einkaufshilfe
  • Hundesitten

Frühestens ab 13 Jahren dürfen Kinder unter bestimmten Voraussetzungen ihr Taschengeld aufbessern. Unter 13 Jahren ist es in Deutschland schlichtweg verboten, Kindern Schülerjobs anzubieten! Im Idealfall sollten die Jugendlichen mindestens 14 Jahre alt sein, in diesem einem Jahr reifen die jungen Menschen enorm.

Beliebte Nebenjobs ab 15 Jahre

  • Babysitten
  • Kellnern
  • Nachhilfe geben
  • Inventuren machen in Drogerie, Märkten etc.

In diesem Alter sind besonders Ferienjobs bei Jugendlichen sehr beliebt. Im Alter von 15 bis 18 Jahren dürfen Jugendliche maximal acht Stunden am Tag an maximal fünf Tagen der Woche zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. Achten Sie als Arbeitgeber genau darauf, dass die Jugendlichen diese Bedingungen einhalten. Weiterhin dürfen Sie nicht verlangen, dass diese jungen Arbeitnehmer schwere Dinge anheben oder gefährliche Arbeiten ausführen. Ebenfalls sind sehr kalte, nasse und laute Umgebungsbedingungen nicht optimal für Jugendliche.

Schülerjobs ab 16 Jahre

  • Ferienjobs
  • Supermarktaushilfe
  • Austragen von Zeitungen
  • Auffüllen von Regalen im Einzelhandel
  • Bekleidungsgeschäfte
  • Aushilfe in Bäckereien und Eisdielen

Viele Jugendliche beginnen oft erst mit 16 Jahren neben der Schule Geld zu verdiene. Um auf Nummer sicher zu gehen, bieten viele Arbeitgeber erst Minijobs ab 16 Jahre an, dadurch gibt es weniger Risiken für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Mit 16 Jahren können Jugendliche häufig mehr Verantwortung übernehmen als mit 14 Jahren.

Mindestlohn für Schüler?

Der Mindestlohn gilt leider nicht für Schüler. Seit dem 01. Januar 2021 gilt der Mindestlohn von 9,60 Euro brutto für alle Arbeitnehmer, die mindestens 18 Jahre alt sind. Schüler unter 18 Jahre haben also keinen Anspruch auf den Mindestlohn.

Deshalb werden viele Schülerjobs mit einem Stundenlohn bezahlt, der weitaus unter dem Mindestlohn liegt. Dennoch lohnt es sich für die Jugendlichen auf diese Weise ihr Taschengeld aufzubessern und erste Berufserfahrungen zu sammeln.

Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz werden bestraft

Sollten Sie trotz eines zu jungen Alters Kinder einstellen oder beschäftigen, drohen Ihnen hohe Strafen. Zu jung für die Erwerbstätigkeit sind alle Kinder unter 13 Jahren!

Bei Verstößen drohen Ihnen Geldbußen von bis zu 15.000 Euro, bei Vorsätzlichkeit und wenn die Gesundheit von Kindern gefährdet wird, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Grundsätzlich können Sie mit Minijobs für Schüler nichts falsch machen, solange Sie sich an die Alters- und Arbeitsvorgaben halten. Beschäftigen Sie einen jungen Menschen in Ihrem Unternehmen, bieten Sie diesem die Möglichkeit erste wertvolle Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln.