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Minijobs im gewerblichen Bereich - Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Minijobs im gewerblichen Bereich - Die wichtigsten Infos auf einen Blick
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Jana Fast am 15.12.2016

Was genau ist ein Minijob im gewerblichen Bereich?

Unter einem Minijob im gewerblichen Bereich versteht man nichts anderes als einen Nebenjob, der nicht in einem Privathaushalt ausgeübt wird, sondern in einem Unternehmen. Ein Aushilfsjob im gewerblichen Bereich kann auch eine kurzfristige Beschäftigung sein, bei der ein Arbeitsvertrag für eine maximale Dauer von 3 Monaten abgeschlossen wird. Doch auch eine langfristige Beschäftigung über mehrere Jahre ist möglich. Wer einen Minijob im gewerblichen Bereich annimmt, darf ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 450 Euro nicht überschreiten. 

Aushilfsjobs im gewerblichen Bereich können Tätigkeiten im Einzelhandel sein, Nebenjobs im kaufmännischen Bereich in Wirtschaftsunternehmen, aber auch in Industrieunternehmen in der Produktion und Fertigung. Beliebte Minijobs im gewerblichen Bereich sind das Regale auffüllen oder das Kassieren im Supermarkt, die Arbeit in der Gastronomie, in Tankstellen, Bäckereien, aber auch in Schnellimbissen oder bei Lieferservices. 

Die Vergütung bei einem Minijob im gewerblichen Bereich

Die Vergütung kann, je nach abgeleisteten Arbeitsstunden, manchmal sehr schwanken. Hier muss beachtet werden, dass alle Zahlungen innerhalb eines Kalenderjahres die Einkommensgrenze von 5.400 Euro nicht überschreiten (12 x 450), da es sich andernfalls nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung handelt, sondern um ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. 

Wird in einem Monat die Einkommensgrenze von 450 Euro auf 650 Euro überschritten, zum Beispiel, weil ein Weihnachtsgeld gezahlt wird oder aufgrund einer hohen Auftragslage viele Stunden gearbeitet wurde, dann ist so eine einmalige Überschreitung nicht schlimm wenn dafür in einem anderen Monat weniger gearbeitet wird und der Lohn nur noch 250 Euro beträgt. Zusammengerechnet beträgt der Verdienst von einmalig 650 Euro und einmalig 250 Euro durchschnittlich 450 Euro. Wichtig ist dabei aber, dass dass durchschnittliche Gehalt innerhalb eines Kalenderjahres die Obergrenze von 450 Euro nicht überschreiten darf. 

Die Pauschalabgaben 

Die zu leistenden Pauschalabgaben betreffen, bis auf den Punkt: „Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung“ nur den Arbeitgeber, welcher diese leistet. Nur den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung kann der Minijobber entweder selbst zahlen, oder sich von dieser Zahlung befreien lassen. In der folgenden Liste sehen Sie, welche Beiträge in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber für Sie leistet:

  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung: 13%
  • Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung: 15%
  • Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung: 3,7%
  • Steuern: 2%
  • Umlage 1 bei Krankheit: 1%
  • Umlage 2 bei Schwangerschaft/ Mutterschaft: 0,3%  
  • Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: individuell  
  • Insolvenzgeldumlage: 0,12%

Darf ich mehrere Aushilfsjobs im gewerblichen Bereich ausüben?

Jeder Arbeitnehmer darf mehr als nur einen Minijob ausüben, wenn er oder sie keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung hat. In diesem Fall gilt dennoch die wichtigste Regel, nämlich dass das regelma?ßige monatliche Einkommen nicht mehr als 450 Euro betragen darf, denn sonst verfallen die steuerlichen Begünstigungen für den Minijobber. Aushilfskräfte, die in einer Nebenbeschäftigung nur ein geringes Einkommen erzielen, können dieses mit einem weiteren Minijob aufstocken. 

Wer im Nebenjob A durchschnittlich 150 Euro im Monat verdient, darf in Nebenjob B durchschnittlich 300 Euro verdienen. Beide Gehälter zusammengerechnet ergeben genau 450 Euro. Somit ist die Obergrenze nicht überschritten und der Minijobber bleibt von der Sozialversicherungspflicht befreit. Verdient eine Aushilfskraft allerdings in beiden Nebenjobs durchschnittlich mehr als 400 Euro, dann liegt ein monatliches Einkommen von 800 Euro vor, und die Aushilfskraft ist in beiden Nebenjobs sozialversicherungspflichtig.

Darf ich neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung noch einen Minijob ausüben?

Wenn der Lohn aus einer Hauptbeschäftigung mit dem Verdienst aus einem Nebenjob aufgestockt werden soll, dann ist dies zunächst kein Problem, so lange der Arbeitnehmer nur einen Minijob annimmt. In vielen Arbeitsverträgen wird allerdings vereinbart, dass vor Aufnahme eines Nebenjobs der Arbeitgeber darüber informiert werden muss. Ist dieser nicht damit einverstanden, weil die Befürchtung besteht, ein weiteres Beschäftigungsverhältnis hätte negative Konsequenzen auf die Leistungen in der Hauptbeschäftigung, kann die Aufnahme eines Aushilfsjobs untersagt werden. 

Spricht allerdings nicht dagegen, so kann ein Nebenjob angenommen werden. Bei nur einem Nebenjob und einer Hauptbeschäftigung, ändert sich nichts am Lohn. Beide Einkommen haben keinen gegenseitigen Einfluss aufeinander. Anders ist es allerdings, wenn mehr als ein Minijob angenommen wird. Der erste Nebenjob hat, wie gerade dargelegt, noch keinen Einfluss auf das Gehalt in der Hauptbeschäftigung. Der zweite Nebenjob dagegen schon. Der Verdienst aus dem zweiten Nebenjob wird auf das Einkommen der Hauptbeschäftigung angerechnet. Damit fallen für den zweiten Minijob Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung an. 

Die Meldepflicht 

Sollten Sie einen Minijob im gewerblichen Bereich annehmen, muss Sie Ihr Arbeitgeber bei der Minijob Zentrale anmelden. Sowohl die Bundesagentur für Arbeit, als auch Ihre Krankenkasse, Ihr Unfallversicherungsträger und weitere Stellen benötigen Informationen zu Ihrem Beschäftigungsverhältnis. Erfolgt diese Meldung nicht, handelt es sich um Schwarzarbeit. Nur wenn ein Minijobber angemeldet wird, ist dieser rechtlich auf der sicheren Seite, auch was das Gehalt angeht. Denn an die Minijob Zentrale muss ein Beitragsnachweis übermittelt werden, der auch an die Krankenkasse des Arbeitnehmers geht. Genauere Informationen zum Meldeverfahren von Minijobbern finden Sie hier: Broschüre zum Meldeverfahren bei Minijobbern.