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Die wichtigsten Informationen zu Nebenjobs in Privathaushalten

Die wichtigsten Informationen zu Nebenjobs in Privathaushalten
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Jana Fast am 15.12.2016

Interessieren Sie sich für einen Aushilfsjob im privaten Bereich? In der folgenden Übersicht finden Sie die Antworten auf all Ihre Fragen! Erfahren Sie, welche rechtlichen Bestimmungen für Minijobs in Privathaushalten gelten, worauf Sie selbst als Arbeitnehmer achten sollten und vieles mehr!

Was genau sind Minijobs in Privathaushalten?

Ein Minijob im Privathaushalt ist eine Nebentätigkeit, die nicht im gewerblichen Bereich stattfindet. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall eine Privatperson. Tätigkeiten in Privathaushalten können die unterschiedlichsten Aufgabenschwerpunkte haben. Hier einige Beispiele:

  • Babysitten
  • Haustiere betreuen 
  • Kochen
  • Putzen
  • Bügeln
  • Einkaufen 
  • Gartenpflege

Wichtig ist, dass es sich bei der ausgeschriebenen Tätigkeit um sogenannte haushaltsnahe Aufgaben handelt. Das renovieren eines Badezimmers oder das Verlegen neuer Leitungen fallen nicht darunter und müssen von Profis erledigt werden! Es gilt die Grundregel: Minijobs im privaten Bereich dürfen nur Tätigkeiten umfassen, die auch ein Familienmitglied ausführen könnte. Aus diesem Grund können auch ungelernte Personen diese Art von Aushilfsjob annehmen. 

Arbeitgeber im privaten Bereich können zum Beispiel Personen sein, die sehr viel arbeiten und aus diesem Grund keine Zeit haben um sich selbst um den Haushalt zu kümmern. Auch Rentner, die körperlich nicht mehr fit genug sind um größere Einkäufe zu erledigen oder sich um den Garten zu kümmern greifen gerne auf die Unterstützung einer Aushilfskraft zurück. Genauso wie Familien mit Kindern. Müssen die Eltern einen wichtigen Termin wahrnehmen oder möchten sie einfach nur ein wenig Zeit zu zweit verbringen, hilft ein Babysitter aus. Es kann also im Prinzip Jeder ein Arbeitgeber für Minijobs im privaten Bereich werden. Ausgenommen: Verbände, Gemeinschaften oder Verwaltungen. Diese fallen in den gewerblichen Bereich.

Die Anmeldung eines Minijobbers

Jeder Aushilfsjob muss bei der Minijob Zentrale angemeldet werden. Dies kann mit dem Haushaltsscheck erfolgen, einem Vordruck der Minijob Zentrale, der ganz einfach online ausgefüllt werden kann. Diese Aufgabe erledigt der Arbeitgeber. Nach der Anmeldung wird automatisch der Unfallversicherungsträger des Arbeitnehmers informiert. Als Arbeitnehmer ist es lediglich Ihre Aufgabe, Ihrem Arbeitgeber folgende Angaben zu geben:

  • Ihr voller Name 
  • Ihre Adresse
  • Ihre Telefonnummer 
  • Ihr Geburtsdatum
  • Ihr Geburtsort
  • Ihre Versicherungsnummer 
  • Ihre Krankenversicherung
  • Ob Sie mehrere Beschäftigungen haben
  • Ob Sie die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht wünschen
  • Ob Sie Leistungen wie eine Pension oder Vollrente beziehen

Sobald Ihr Arbeitgeber diese Informationen über Sie hat, können Sie bei der Minijob Zentrale angemeldet werden.

Ihr Verdienst bei einem Minijob im Privathaushalt 

Das Einkommen von Minijobbern darf ein Jahresgehalt von maximal 5.400 Euro nicht überschreiten. Dies entspricht einer monatlichen Vergütung von 450 Euro. Es ist erlaubt, in einem Monat auch mal mehr zu verdienen, wenn dafür in einem anderen Monat zum Ausgleich weniger gearbeitet und somit auch weniger verdient wird. Ein Beispiel: Sie haben im Dezember viel zu tun, weil Ihr Arbeitgeber für mehrere Wochen verreist und Sie sich in dieser Zeit um seine Haustiere kümmern. Aufgrund der vielen Arbeitsstunden erhalten Sie in diesem Monat eine Vergütung in Höhe von 650 Euro. Weil Ihr Arbeitgeber aber im darauffolgenden Monat viel zu Hause ist, verdienen Sie nur noch 250 Euro. Ihr durchschnittliches Einkommen beträgt dann trotz einmaliger Überschreitung der Obergrenze 450 Euro. Wichtig: Dieser Ausgleich muss noch im selben Kalenderjahr erfolgen!

Die Pauschalabgaben

Die geringfügige Beschäftigung in Privathaushalten wird vom Staat besonders gefördert und steuerlich begünstigt. Folgende Pauschalabgaben muss der Arbeitgeber im privaten Bereich zwei Mal jährlich begleichen:

  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung: 5%
  • Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung: 5%
  • Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung: 13,7%
  • Einheitliche Pauschalsteuer: 2%
  • Umlage 1 bei Krankheit: 1%
  • Umlage 2 bei Schwangerschaft/ Mutterschaft: 0,3%  
  • Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6%

Mehrere Aushilfsjobs 

Es ist möglich, mehr als nur einen Aushilfsjob auszuüben. Dabei ist es allerdings wichtig, dass der Verdienst aus mehreren Beschäftigungen zusammen die Grenze von monatlich 450 Euro nicht übersteigt. Wichtig: Die Aushilfsjobs dürfen nicht bei ein und demselben Arbeitgeber im privaten Bereich stattfinden. Wer also jeden Freitagabend bei einer Familie als Babysitter eingestellt ist, darf nicht einen weiteren Job bei der gleichen Familie annehmen, um beispielsweise jeden Mittwoch für diese den Einkauf zu erledigen. Innerhalb einer Jobbeschreibung ist es möglich diese unterschiedlichen Tätigkeiten auszuüben, jedoch nicht in Form von zwei verschiedenen Minijobs. Die Ausübung mehrerer Nebenjobs in unterschiedlichen Privathaushalten ist, unter Einhaltung der Verdienstgrenze, jedoch kein Problem. 

Unfallschutz beim Minijob im Privathaushalt 

Mit der Anmeldung des Nebenjobs sind Sie automatisch gesetzlich unfallversichert. Dies ist sehr wichtig, denn gerade im Haushalt oder bei der Gartenarbeit können schnell Unfälle passieren. Wird nach so einem Arbeitsunfall ein Arzt konsultiert, muss der Arbeitgeber diesen Vorfall beim Unfallversicherungsträger angeben. Versichert sind nicht nur alle Tätigkeiten im Haushalt, sondern auch der Weg zur Arbeit und wieder zurück. 

Kurzfristige Beschäftigung im privaten Bereich 

Genauso wie auch im gewerblichen Bereich sind auch im privaten Bereich kurzfristige Beschäftigungen möglich. Der Arbeitsvertrag wird für eine Dauer von maximal 3 Monaten oder 70 Arbeitstage beschränkt. Die Höhe des monatlichen Einkommens darf bei einer kurzfristigen Beschäftigung die Obergrenze von 450 Euro überschreiten. Wichtig ist nur, dass Sie innerhalb eines Kalenderjahres die Einkommensgrenze von 5.400 Euro nicht überschreiten.